Zum traditionellen Anhissen des Beueler Schiffer-Vereins waren wieder zahlreiche Gäste an das malerische Rheinufer gekommen. In einem Festzug zog Käpt’n Reiner Burgunder mit seinen Schiffer-Brüdern und Schiffer-Schwestern sowie Vertretern Beueler Institutionen unter feierlich Klängen vom Dudelsack zur Nepomuk-Statue. Zu den Ehrengästen zählten der Bezirksbürgermeister Marco Rudolph und die Leiterin der Bonner Wache der Wasserschutzpolizei Sandra Huster-Stemke. Der Schiffer-Verein hatte reichlich aufgefahren: von mobilen Glockenstuhl, über Drehorgel und Geigenspieler, bis zum festlich geschmückten Platz.
Obermöhn Patty Burgunder betonte die historische Bedeutung des Schiffer-Vereins von 1862 und dass dieser mit der Beueler Weiberfastnacht, die sich im Alten Beueler Damenkomitee von 1824 e.V. manifestiert hat, eng verwoben sei. Eine besondere Person gemeinsamer Vergangenheit ist dabei „Stitze-Männ“, die im Gedenken als lebensgroßer Aufsteller zugegen war. Im vergangen Jahr fand bereits die Einweihung einer Gedenktafel im Beueler Heimatmuseum statt. Der Schifferverein plant zudem das Rheinufer mit einer weiteren Bronze Figur zu verschönern, um an diese besondere Person zu erinnern, die ihrer Zeit voraus war und als Frau sich ihren Platz in der damaligen Männerwelt erstritten hat.
Ganz im Jetzt wurde anschließend die designierte Wäscherprinzessin Anna I. (Groll) der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt und hielt ihre erste öffentliche Ansprache. Spätestens zum Neujahrsempfang 2027 wird sie – dann im vollen Ornat – wieder bei Schiffer-Verein und Nepomuk auf der Bühne stehen, worauf sie sich jetzt schon freut. Wegen der Kürze der Session werden einzelne Termine schon in den November vorgezogen.

Gekonnt unterhaltsam führte Käpt’n Reiner Burgunder durch das Programm. Als langjähriger Vorsitzender des Schiffervereins wurde er in der vergangenen Woche erneut im Amt des Vorstandes bestätigt. Gemeinsam mit dem Publikum und begleitet von den Musikern wurden traditionelle Lieder gesungen, teilweise mit liebevoll abgewandeltem Text so etwa die „Ode an den Schiffer-Verein“. Im großen Finale wurden die neuen Flaggen hochgezogen, so dass der Flaggenmast wieder mit frischen Farben strahlend alle Menschen grüßt, die an ihm vorbeikommen.
Im Anschluss an den offiziellen Teil lud der Käpt’n zur „Kombüse“, die mit reichlich Getränken und Köstlichkeiten aufwartet, so dass viele Gäste noch eine ganze Zeit am Nepomuk-Platz verweilten. Eine schöne Tradition.
Die nächste öffentliche Veranstaltung an dieser Stelle des Schiffer-Vereins ist übrigens die Mundartmesse am Sonntag 17.05. 09:45. Der Schiffer-Verein freut sich jederzeit über neue Mitglieder. Anders als der Name suggerieren mag muss man weder Schiffer, Fischer noch Wäscher sein um Mitglied zu werden. Weitere Informationen unter https://schifferverein-bonn-beuel.de/


