Beuel. Das außergewöhnliche Niedrigwasser des Rheins bringt derzeit nicht nur ungewöhnlich große Uferflächen zum Vorschein. Am Dienstag musste am Beueler Rheinufer der Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Düsseldorf anrücken. Gleich drei verdächtige Gegenstände waren im Bereich des Rheins zwischen China Schiff und Rheinnixe auf der Beueler Seite entdeckt worden. Das Ufer wurde deshalb über mehrere Stunden gesperrt. Auch die Promenade wurde vorübergehend gesperrt.
Ausgangspunkt des Einsatzes war nach Angaben des Bonner Ordnungsamtes ein Fund im Rhein: Eine Person hatte dort ein Magazin mit Patronen entdeckt und daraufhin die Ordnungskräfte verständigt. Die Einsatzkräfte nahmen anschließend auch die benachbarten Bereiche genauer unter die Lupe. Dabei wurden zwei weitere verdächtige Gegenstände entdeckt.
Nach der Untersuchung durch die Fachleute stellte sich heraus, dass es sich bei einem der Funde um ein Kampfmittel mit Phosphor handelte. Der zweite Fund war das bereits entdeckte Magazin mit Patronen. Beim dritten Gegenstand konnte dagegen Entwarnung gegeben werden: Das stark verrostete Objekt entpuppte sich als leere kleine Gasflasche mit Projektil ähnlicher Form.
Für die Untersuchung und Beseitigung wurde der Kampfmittelbeseitigungsdienst hinzugezogen. Für Bonn ist der bei der Bezirksregierung Düsseldorf angesiedelte Kampfmittelbeseitigungsdienst zuständig. Er unterstützt die örtlichen Ordnungsbehörden in den Regierungsbezirken Düsseldorf und Köln. Die Stadt Bonn weist ausdrücklich darauf hin, dass der Umgang mit Kampfmitteln ausschließlich dem Kampfmittelbeseitigungsdienst und von diesem beauftragten Räumfirmen gestattet ist.
Nach Angaben des Ordnungsamtes wurde die Sperrung des betroffenen Uferbereichs gegen 16 Uhr eingerichtet. Erst gegen 21.30 Uhr war der Einsatz beendet. Unser Reporter war während des Einsatzes vor Ort.
Niedrigwasser legt ungewöhnlich große Flächen frei
Der Einsatz zeigt zugleich eine Begleiterscheinung des derzeit außergewöhnlichen Niedrigwassers. Bereiche des Flussbettes und der Uferzone, die normalerweise unter Wasser liegen, sind derzeit zugänglich.
Historische Angaben verdeutlichen, wie außergewöhnlich die Situation ist. Beim extremen Niedrigwasser im Oktober 2018 wurden demnach 79 Zentimeter erreicht. Das derzeitige Niedrigwasser bewegt sich damit in einer Größenordnung, wie sie in Bonn seit der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr erreicht worden ist.
Gerade deshalb ist an den freigelegten Uferbereichen besondere Vorsicht angebracht. Was dort zum Vorschein kommt, muss nicht auf den ersten Blick als gefährlicher Gegenstand erkennbar sein. Der heutige Einsatz mit einem Munitionsmagazin, einem Kampfmittel mit Phosphor und einer zunächst nicht eindeutig identifizierbaren, stark verrosteten Gasflasche macht das sehr deutlich.
Verdächtige Gegenstände nicht anfassen
Wer am Rheinufer einen verdächtigen Gegenstand findet, sollte ihn nicht berühren, bewegen oder mitnehmen und Abstand halten.
Die Stadt Bonn gibt für Kampfmittelfunde eine eindeutige Anweisung: Die Leitstelle des Stadtordnungsdienstes ist unverzüglich unter 0228 77 3333 zu informieren. Außerhalb der Dienstzeiten soll die Polizei unter 110 verständigt werden. Die Leitstelle des Ordnungsamtes nimmt Hinweise zur Gefahrenabwehr entgegen und ist montags bis freitags von 7 bis 1 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen von 10 bis 1 Uhr erreichbar.
Bei einer akuten Gefahr gilt der Notruf. Die Stadt Bonn nennt hierfür 110 für die Polizei und 112 für Feuerwehr und Rettungsdienst.
Das Niedrigwasser macht einen Spaziergang am Rhein derzeit besonders interessant. Dabei wird geraten normalerweise vom Wasser bedeckten Bereichen zu meiden. Zu groß ist die Gefahr mag das Naturschauspiel noch so spannend sein.

Quellen
- Angaben des Ordnungsamtes der Bundesstadt Bonn zum Einsatz vom 11. August 2026 sowie Beobachtungen unseres Reporters vor Ort. Angaben insbesondere zu Fundumständen, den drei Gegenständen, Beginn und Ende der Sperrung.
- Bundesstadt Bonn: „Anfrage auf Luftbildauswertung, Kampfmittelräumung“. Dort werden sowohl die Zuständigkeit des Kampfmittelbeseitigungsdienstes der Bezirksregierung Düsseldorf für die Regierungsbezirke Düsseldorf und Köln als auch das Verhalten bei einem Kampfmittelfund beschrieben.
https://www.bonn.de/vv/produkte/Luftbildauswertung-Kampfmittel.php - Bundesstadt Bonn: „Leitstelle Ordnungsamt“. Telefonnummer 0228 77 3333 und Erreichbarkeitszeiten der Leitstelle.
https://www.bonn.de/vv/produkte/Leitstelle-Ordnungsamt.php - Bundesstadt Bonn: „Notfall. Notdienste.“ Dort nennt die Stadt den Polizeinotruf 110 sowie 112 für Feuerwehr und Rettungsdienst.
https://www.bonn.de/themen-entdecken/sicherheit-ordnung/notfall-notdienste.php

