Mehr Platz: Stadt optimiert Radverkehr in Beuel

Beuel – Die Sperrung der Nordbrücke stellt den Verkehr in Bonn und auch auf der Beueler Rheinseite weiterhin vor Herausforderungen. Die Stadt Bonn hat deshalb bereits verschiedene Maßnahmen für Auto-, Bus- und Radverkehr auf den Weg gebracht. Nun folgen weitere Anpassungen für Radfahrerinnen und Radfahrer in Beuel.

Die Stadtverwaltung teilte am 14. September mit, dass unter anderem der Bröltalbahnweg, die Professor-Neu-Allee und der Übergang von der Kennedybrücke zur Hermannstraße angepasst werden.

Bröltalbahnweg: Radverkehr bekommt Vorfahrt

Eine der Maßnahmen ist bereits umgesetzt: Die Beschilderungs- und Markierungsarbeiten auf dem Bröltalbahnweg sind abgeschlossen. Der Radverkehr hat dort künftig auf der gesamten Strecke Vorfahrt gegenüber den kreuzenden Verkehren.

Das ist insbesondere für die Verbindung zwischen dem Beueler Zentrum und dem Rhein von Bedeutung. Nach Abschluss der noch laufenden S13-Bauarbeiten der Deutschen Bahn im Bereich Platanenweg und Siebenmorgenweg soll ab Mitte Oktober wieder eine durchgehende Verbindung zwischen der Siegburger Straße und dem Rhein zur Verfügung stehen.

Durch die Einrichtung einer eigenen Spur für die Linie 66 (die zu dieser Zeit noch planmäßig fuhr) auf der B56 an der Engstelle des Combahnfriedhofes wurde der Radverkehr umgeleitet.

Roter Schutzstreifen auf der Professor-Neu-Allee

Eine weitere Änderung kommt auf der Professor-Neu-Allee. Der Radschutzstreifen in Fahrtrichtung Kennedybrücke soll kurzfristig rot eingefärbt werden.

Damit verfolgt die Stadt zwei Ziele: Zum einen soll die besondere Bedeutung der Radverkehrsfläche für die Verkehrsteilnehmer deutlicher erkennbar werden. Zum anderen soll verhindert werden, dass Kraftfahrzeuge den Schutzstreifen befahren. Die Professor-Neu-Allee stellt dabei eine wichtige Verbindung zwischen dem Combahnviertel und der Kennedybrücke dar.

Mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger an der Kennedybrücke

Auch an der Kennedybrücke wird nachgebessert. Hintergrund ist die deutliche Zunahme des Radverkehrs auf der Brücke.

Die Stadt hatte deshalb bereits Ende Juni die Nutzung der beiden Radwege neu geregelt: Die beiden Wege dürfen seitdem jeweils nur noch in eine Fahrtrichtung genutzt werden. Damit sollte insbesondere der Gegenverkehr auf den schmalen Radverkehrsflächen reduziert werden.

Dass die Maßnahme Wirkung zeigt, lässt sich zumindest anhand von veröffentlichten Zählungen nachvollziehen: wie berichtet ist der Gegenverkehr bereits in den ersten Tagen von zuvor 20 Prozent auf vier Prozent zurückgegangen. Nun soll die nächste bauliche Anpassung folgen:

Verkehrsinsel an der Hermannstraße wird umgebaut

In Kürze wird die Verkehrsinsel auf Höhe der Hermannstraße umgestaltet. Ziel ist es, dort mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger zu schaffen, die von der Kennedybrücke kommend in Richtung Professor-Neu-Allee oder aus Beuel-Süd Richtung Kennedybrücke unterwegs sind.

Aufgrund der beengten Platzverhältnisse wird der gemeinsame Rad- und Fußweg dabei leicht in die Hermannstraße hinein verschoben. Die Stadt kündigt an, die Arbeiten wegen des hohen Verkehrsaufkommens überwiegend nachts durchzuführen.

Schritt für Schritt zu besseren Radverbindungen

Die jetzt angekündigten Maßnahmen sind damit weniger ein einzelnes Großprojekt als eine Reihe konkreter Anpassungen. Sie reichen von neuer Beschilderung über farbliche Markierungen bis hin zu baulichen Veränderungen an einem viel genutzten Übergang.

Gerade die Sperrung der Nordbrücke hat gezeigt, wie wichtig leistungsfähige und sichere Alternativen auf der Beueler Rheinseite sind. Die Stadt reagiert nun unter anderem mit Verbesserungen an den bestehenden Radverbindungen. Für den Alltag vieler Menschen können dabei gerade solche vergleichsweise kleinen Maßnahmen einen spürbaren Unterschied machen.

Meinung. Die Sperrung der Nordbrücke belastet die Bürgerschaft deutlich, und das egal mit welchem Verkehrsmittel sie unterwegs ist. Eine optimale Lösung wird sich kaum erreichen lassen. Für die Priorisierung an der einen Stelle, müssen Umwege an der anderen Stelle als Kompromiss in Kauf genommen werden. Dass kontinuierlich nachgesteuert wird erscheint als valides Mittel, das versucht auf die Erkenntnisse einzugehen und nachzubessern.

Derweil sieht es auf der Linie 66 weiterhin überschaubar aus. Zwar seien zwei weitere Bahnen nun wieder im Betrieb, teilten die SWB heute mit. Insgesamt stehen die SWB jedoch damit bei einer kargen Zahl von 4 Bahnen, die nun wieder genutzt werden dürfen.
Auch nach 7 Wochen verbleiben so die anderen 56 stillgelegten Bahnen weiterhin im Depot und zwingen die ÖPNV-Nutzer auf den Ersatzverkehr auszuweichen, der sich in 4 Sektionen teilt, mit BE66, BE67 und BE68.

Stand Abend des 14. September 2026: 4 von 60 stillgelegten Stadtbahnen haben die Prüfung bestanden.

Quellen

  • Stadt Bonn, Pressemeldung vom 14. September 2026: „Nordbrücke: Verbesserungen für den Radverkehr in Beuel“ – Primärquelle für die am 14. September angekündigten Maßnahmen.