Hochwasserschutzmauer 2006

Die Errichtung der Hochwasserschutzmauer im Bereich vom Restaurant „Canal Grande“ bis Kennedybrücke und in der Verlängerung bis nördlich des Bahnhöfchens hat zu einer erheblichen Entspannung der Situation in Beuel Mitte beigetragen.

Schaut man in die historischen Daten so stellt man schnell fest, dass Pegel über 800 cm keine Seltenheit waren. Die Schutzmauer ist für Pegel bis 950 cm ausgelegt. Bei genauer Betrachtung der Zeit nach 2006 erblickt man eine Auffälligkeit: bis heute (Mai 2023) gab es glücklicherweise kein Hochwasser mehr, das die Mauer auf Herz und Nieren geprüft oder sogar übertroffen hat.

Der höchste Pegel seit Fertigstellung war am 7. Februar 2021 mit 827 cm zu verzeichnen. Das THW hatte bereits die Dammtore eingesetzt und geschlossen. Diese hielten ausnahmslos dicht.

In Gesprächen mit der Nachbarschaft wurde jedoch etwas deutlich: keiner konnte aus Erfahrung sagen was zwischen 827 cm und 950 cm genau passieren wird, insbesondere in Bezug auf die Folgen des erhöhten Grundwasserspiegels und mit welcher Verzögerung er steigt.

Vor 2006 hatte das ungebremste Oberflächenwasser die Bedeutung des Grundwasserspiegels in den Hintergrund gerückt, da die Überflutungen immanent waren. Nicht wenige Häuser, beispielsweise auf der Rheinaustraße, haben Grundplatten, die unterhalb der 827 cm Pegel liegen. Dass der Rhein auch Auswirkungen auf die Gebiete hinter der Schutzmauer hat ohne, dass er sie dazu überspülen muss, steht außer Frage. Das haben vereinzelte vollgelaufene Gartenflächen 2021, und die weiterhin volllaufenden alten unter Straßenniveau befindlichen Keller bereits bewiesen.

In dieser Grafik haben wir die Pegelwerte von 1990 bis 2023 pro Monat mit dem jeweiligen Maximum aufgetragen. Ab 2006 ist auch die Hochwasserschutzmauer in rot eingetragen, mit ihrem Orientierungswert von 950 cm.

In Zukunft wird man bei Pegeln über 827 cm also darauf weiter ein Auge werfen müssen und wie gehabt stündlich in den Keller steigen, um zu sehen welche Auswirkungen es gibt.