Dass Beuel auch große Kultur kann, bewies am Samstagabend eindrucksvoll das Chorkonzert „Quell des Lebens“ in der Pfarrkirche St. Josef. Trotz hochsommerlicher Temperaturen war die Kirche sehr gut besucht. Die Hoffnung vieler Besucher, im Gotteshaus angenehme Kühle zu finden, erfüllte sich zwar nur bedingt – doch spätestens mit den ersten Klängen rückte die Hitze in den Hintergrund.
Seit Donnerstag hatten der Kammerchor der Universität zu Köln und die Camerata Vocalis der Universität Tübingen gemeinsam für das Konzert geprobt. Das Ergebnis war ein musikalisches Erlebnis auf höchstem internationalen Niveau. Mit Werken von Alessandro Striggio, Henryk Mikołaj Górecki, Frank Martin und Thomas Tallis stellten die Ensembles eindrucksvoll unter Beweis, weshalb sie zu den renommierten Universitätskammerchören Deutschlands zählen.
Dabei erwies sich St. Josef einmal mehr als hervorragender Konzertort. Die Raumdimensionen der Kirche und die Möglichkeiten ihrer bedeutenden Orgel schufen ideale Voraussetzungen für die bis zu 40-stimmigen Chorwerke. Besonders beeindruckend war die Präzision, mit der die Sängerinnen und Sänger selbst in allen Passagen agierten und die klangliche Vielfalt. Das Publikum dankte den beiden Chören sowie den Dirigenten Michael Ostrzyga und Philipp Amelung am Ende mit lang anhaltenden Standing Ovations – vollkommen verdient.
Beide Ensembles bringen große internationale Erfahrung mit. Der Kammerchor der Universität zu Köln konzertiert regelmäßig mit anspruchsvollen Programmen und war bereits unter anderem in Prag, Boston und New York zu Gast. Die Camerata Vocalis der Universität Tübingen ist seit Jahrzehnten durch Konzertreisen innerhalb und außerhalb Europas sowie darüber hinaus als musikalischer Botschafter ihrer Universität bekannt. Unter Philipp Amelung führten Konzertreisen unter anderem nach Israel und Palästina, Brasilien und Schweden.
Den Weg nach Beuel hatte Michael Ostrzyga durch einen Kontakt zum engagierten Kirchenmusiker von St. Josef Michael Bottenhorn gefunden, der auch vom Bach-Verein bekannt ist.
Am morgigen Sonntag wird das Programm um 11:00 Uhr noch einmal in der Trinitatiskirche in Köln aufgeführt.
Meinung: Solche Abende sind ein Gewinn für Beuel. Sie zeigen, dass Spitzenkultur nicht nur in den großen Konzertsälen zuhause ist. Wenn internationale musikalische Qualität auf ein aufgeschlossenes Publikum trifft, entsteht etwas Besonderes und zeigt, dass eine Brücke zwischen Mehrchörigkeit der Renaissance bis zur ausdrucksstarken Chormusik des 20. Jahrhunderts geschlagen werden kann.
Die Konzerte sind Teil der Universitätskonzerte im Sommer 2026 – Collegium musicum der Uni Köln & Gäste. Weitere Informationen unter www.collmus.com

