Mirko Feld: der neue Präsident des Festausschusses Bonner Karneval und seine Verbindungen zu Beuel

Mirko Feld: der neue Präsident des Festausschusses Bonner Karneval und seine Verbindungen zu Beuel, hier im Bild mit Obermöhn Patty Burgunder

Beuel.net sprach mit dem neuen Präsidenten des Festausschusses Bonner Karneval. Mirko Feld möchte Bewährtes fortführen und zugleich neue Akzente setzen. Dabei hat er nicht nur die Zukunft des Brauchtums im Blick, sondern auch die Menschen, die es mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz tragen. Zehn Jahre nach seiner eigenen Regentschaft als Bonner Prinz mit Patty Burgunder als Bonna an seiner Seite übernimmt er nun erneut eine besondere Verantwortung für den Bonner Karneval.

Wenn Mirko Feld über den Karneval spricht, geht es nicht nur um Traditionen, Tollitäten und die großen Veranstaltungen der Session. Es geht ihm auch um die Frage, wie das Brauchtum in Zukunft lebendig bleiben kann – und was dafür getan werden muss, damit sich Menschen weiterhin mit Freude ehrenamtlich engagieren.

Feld ist seit dem 1. September 2026 der neue Präsident des Festausschusses Bonner Karneval. Er folgt auf Marlies Stockhorst, die das Amt 16 Jahre lang innehatte und den Festausschuss bereits zuvor über viele Jahre mitgestaltet hatte. Feld weiß um die Größe dieser Aufgabe. Seine Vorgängerin habe „riesengroße Fußstapfen“ hinterlassen, sagt er voller Anerkennung.

Für ihn bedeutet der Wechsel an der Spitze deshalb zunächst nicht, alles neu machen zu wollen. Vielmehr möchte er Bewährtes fortführen und zugleich eigene Akzente setzen. Feld schaut bereits auf rund zehn Jahre Tätigkeit im Vorstand des Bonner Festausschusses zurück, zuletzt als Vizepräsident. In dieser Funktion hat er auch die anstehende Session mitgeplant.

Den Karneval für kommende Generationen lebendig halten

Besonders wichtig ist Feld die Nachwuchsarbeit. Kinder und Jugendliche für den Karneval zu gewinnen, sei entscheidend, damit sie die Freude daran kennenlernen. Denn Tradition lebt nicht allein davon, dass sie bewahrt wird. Sie braucht Menschen, die sie mitgestalten und an die nächste Generation weitergeben. Als Beispiel nennt er Bönnsche Pänz. Das ist ein Kinderchor, der auf Bönnsch singt. Dieser habe auch seiner Vorgängerin am Herzen gelegen. Der Chor freue sich jederzeit über Zulauf: Interessierte mit oder ohne Vorkenntnisse können sich direkt bei Feld melden. Die Förderung des karnevalistischen Nachwuchses soll für ihn ein wichtiger Schwerpunkt bleiben.

Feld freut sich auch auf den Austausch über die Stadtgrenzen hinaus, wie etwa zwischen Aachen, Bonn, Köln und Düsseldorf (ABCD). Die karnevalistische Vernetzung ermöglicht es den Karnevalisten, voneinander zu lernen und das Brauchtum gemeinsam zu stärken.

Dass Tradition und Erneuerung kein Widerspruch sein müssen, passe auch zum Leitgedanken der Session mit dem diesjährigen Motto:

Tradition em Hätz, Fastelovend he un jetzt!

Traditionen bewahren und offen für Neues bleiben.

Digitalisierung soll Ehrenamtliche entlasten

Wie dieser Anspruch im Alltag aussehen kann, zeigt sich bei einem Vorhaben, das Feld bereits angekündigt hat: Der Festausschuss soll eine neue Webseite bekommen. Damit verbindet er zugleich das Ziel, interne Abläufe weiterzuentwickeln und die Zusammenarbeit zu erleichtern. Die öffentliche Webseite wird dabei Bestandteil der neuen Plattform.

Der Festausschuss sei in den vergangenen Jahren bereits gut aufgestellt gewesen, erklärt Feld. Doch auch funktionierende Strukturen müssten regelmäßig überprüft und an neue Möglichkeiten angepasst werden. Die Digitalisierung ist für ihn deshalb kein Selbstzweck. Sie soll dazu beitragen, dass die ehrenamtlich Engagierten ihre Zeit möglichst effektiv einsetzen können.

Damit wird ein Thema sichtbar, das Feld besonders beschäftigt: Wie lassen sich die organisatorischen Voraussetzungen so gestalten, dass das Engagement für den Karneval auch künftig Freude macht und neben Beruf und Familie möglich bleibt? Feld spricht dabei aus Erfahrung. Als Familienvater und Berufstätiger kennt er die Herausforderungen selbst.

„Wir müssen gucken, dass das Ehrenamt weiter möglich bleibt“

Im Gespräch wird Feld deutlich, wenn es um die Herausforderungen des Ehrenamts geht. Viele Menschen seien motiviert und wollten sich engagieren. Gleichzeitig müssten sie ihren Beruf, ihr Familienleben und die zahlreichen Stunden für ein Ehrenamt miteinander vereinbaren.

Das sei eine Aufgabe, der sich auch die Karnevalsvereine und der Festausschuss stellen müssten. Organisatorische Hürden sollten so gering wie möglich sein. Dazu gehörten für ihn Rahmenbedingungen, bei denen ebenso die Stadt und die Politik gefragt seien.

Besonders anspruchsvoll können nach Felds Einschätzung unter anderem die Anforderungen an Sicherheitskonzepte sein. Sie seien ohne Frage erforderlich. Gleichzeitig verweist er darauf, dass andernorts Karnevalszüge bereits ausgefallen seien, weil Verantwortliche die damit verbundenen Anforderungen nicht umsetzen konnten. Seine grundsätzliche Botschaft ist klar: Wer sich freiwillig und ehrenamtlich für die Gemeinschaft einsetzt, braucht verlässliche und praktikable Rahmenbedingungen.

Das ist nicht nur für den Karneval von Bedeutung. Wenn Auflagen und Anforderungen das ehrenamtliche Engagement dauerhaft zu kompliziert machen, könne dies die Bereitschaft verringern, sich weiterhin zu engagieren. Schließlich sollte möglichst viel Zeit für das bleiben, worum es eigentlich geht: den Karneval. Feld möchte deshalb Strukturen weiterentwickeln, um die Prozesse für alle Beteiligten zu vereinfachen. Die angekündigte Digitalisierung ist ein Ansatz dafür. Ebenso wichtig ist aus seiner Sicht, dass die organisatorischen Anforderungen insgesamt mit dem Alltag der Menschen vereinbar bleiben.

Holzlar ist Heimat – und Beuel etwas Besonderes

Auch wenn Feld nun den Bonner Karneval an der Spitze des Festausschusses repräsentiert, ist seine Verbindung zur rechten Rheinseite eng. Er lebt nun seit 1979 fast durchgehend in Holzlar. In Beuel ist er zur Schule gegangen, dort liegen viele seiner Erinnerungen.

Im Gespräch bezeichnet er Beuel als Heimat. Besonders prägend war für ihn Pützchens Markt. Als Kind und Jugendlicher habe er dort viel Zeit verbracht und so das Feiern im Rheinland sowie die Bedeutung des Brauchtums kennengelernt. Gleichzeitig versteht sich Feld ausdrücklich als Bonner. Schon 2017 während seiner Zeit als Bonner Prinz Mirko I. habe er darauf hingewiesen, dass sich sein Leben über verschiedene Stadtbezirke erstrecke. Sinngemäß schilderte er damals sein Leben in den Bonner Stadtbezirken so: Er wohne in Beuel, arbeite in Bad Godesberg, engagiere sich bei den Telekom Baskets und sei nun Prinz in Bonn.

Diese Perspektive prägt auch seinen Blick auf den Karneval. Er kennt die verschiedenen karnevalistischen Gemeinschaften in Bonn und ihren Stadtbezirken. Austausch und gemeinsame Erlebnisse gehören für ihn ebenso dazu wie mal eine freundschaftliche Neckerei, die den rheinischen Karneval ausmacht. Dieses Jahr veranstaltet der Festausschuss die „Schnupperparty“, ein Format, das reihum stattfindet und bei dem sich Tollitäten aus den verschiedenen Stadtbezirken kennenlernen und austauschen können.

Mirko Feld: der neue Präsident des Festausschusses Bonner Karneval und seine Verbindungen zu Beuel, hier im Bild mit Obermöhn Patty Burgunder
Patty Burgunder und Mirko Feld bei der Eröffnung der „Loss mer fiere“ Ausstellung am Beueler Rheinufer

Mit Patty Burgunder verbindet ihn mehr als der Karneval

Eine besondere persönliche Verbindung hat Feld zur heutigen Beueler Obermöhn Patty Burgunder. Vor zehn Jahren waren beide gemeinsam als Bonner Prinzenpaar unterwegs. Auch beruflich haben sie bis vor zwei Jahren bei der Sparkasse zusammengearbeitet.

Aus dieser gemeinsamen Zeit ist eine Freundschaft entstanden, die über die Session hinaus Bestand hat. Sie telefonieren, treffen sich und teilen Erinnerungen. Die gemeinsame Zeit als Prinzenpaar schaffe Erlebnisse, die Menschen ein Leben lang miteinander verbinden können.

Dass beide nun erneut in wichtigen karnevalistischen Rollen Verantwortung übernehmen, ist für ihn deshalb eine schöne Fortsetzung dieser Geschichte. Patty steht als Obermöhn für den Beueler Karneval, Feld als Präsident für den Festausschuss Bonner Karneval. Die Zusammenarbeit zwischen beiden bietet zugleich eine persönliche Brücke zwischen den karnevalistischen Traditionen auf beiden Seiten des Rheins.

Ein neues Kapitel nach dem Jubiläum

Auch auf die kommende Session blickt Feld mit Vorfreude. Er möchte weitere Menschen kennenlernen, Gespräche führen und die Beziehungen innerhalb der karnevalistischen Gemeinschaft vertiefen. Zugleich weiß er, dass die kurze Session einen eng getakteten Terminkalender mit sich bringt. Doch auch im Nachgang der Session werde es Austausch und Gespräche geben.

Ein besonderer Moment wird für ihn der Sessionsauftakt am 11. November am Alten Rathaus sein. Die Veranstaltung hat er in den vergangenen Jahren bereits moderiert. Neu ist nun seine Rolle als Präsident. Wenn er gemeinsam mit dem designierten Prinzenpaar den Countdown herunterzählt, werden nach seinen Worten auch Erinnerungen an seine eigene Zeit als Prinz wach. Die Proklamation des Prinzenpaars am 8. Januar 2027 im Maritim Hotel Bonn wird für ihn ebenfalls ein besonderes Ereignis. Erstmals wird er die Veranstaltung in seiner neuen Funktion als Sitzungsleiter begleiten.

Mirko Feld neben Guido Déus bei der Moderation am 11.11.2025

Für Feld markiert der Auftakt nicht nur den Beginn einer neuen Session, sondern auch den Start in ein neues Kapitel nach dem Jubiläum des Bonner Karnevals. Das große Jubiläum zu feiern sei wichtig gewesen. Nun gehe es darum, den Karneval auch für die Zukunft und für die nächsten 200 Jahre lebendig zu halten.

Dafür braucht es Menschen, die Traditionen pflegen, neue Ideen zulassen und Verantwortung übernehmen. Mirko Feld möchte seinen Teil dazu beitragen. Denn ob in Bonn, Beuel oder einem anderen Bonner Stadtbezirk: Der Karneval bringt Menschen zusammen und lebt von den Menschen, die ihn gestalten. Damit das auch in Zukunft so bleibt, müssen die Bedingungen stimmen, unter denen sie sich engagieren können.

Beuel.net dankt für das Gespräch und wünscht einen guten Start in die erste Session als Präsident.

Tipp: Wer den Sessionsauftakt live auf dem Bonner Marktplatz erleben möchte, sollte sich den Termin vormerken:

Eröffnung der Session am 11.11.2026 ab 10:30 Uhr auf dem Bonner Marktplatz
mit Livemusik, dem Countdown vom Rathausbalkon um 11:11 Uhr und der Vorstellung der Tollitäten. Allen voran das Bonner Prinzenpaar mit Prinz Torsten I. und Bonna Petra I., aber auch die Wäscherprinzessin Anna I. und die LiKüRa-Prinzessin Laura I. sowie das Godesberger Prinzenpaar und das Bonner Kinder-Prinzenpaar sind mit auf der Bühne. Ein buntes Fest, das die Jecken aus allen Bonner Stadtbezirken gemeinsam feiern.

Hier geht es zum Event auf karneval-in-bonn.de

So sah die Eröffnung der Karnevals-Session auf dem Bonner Marktplatz im Jahr 2025. Hier der Einzug der Tollitäten.

Quellen