Niedrigwasser im Rhein: Der Grund wird sichtbar – neuer Tiefstand möglich

Beuel – Der Rhein zeigt sich derzeit von einer ungewöhnlichen Seite: Im Bereich des Anlegers der Rheinnixe in Beuel tritt der Grund des Flusses deutlich sichtbar hervor. Die niedrigen Wasserstände lassen Kiesflächen und Uferbereiche erscheinen, die sonst vom Wasser bedeckt sind.

Für Spaziergänger am Beueler Rheinufer ist das derzeit ein beeindruckender Anblick. Gleichzeitig sind sehr niedrige Wasserstände für die Schifffahrt eine Herausforderung, weil die verfügbare Wassertiefe in der Fahrrinne abnimmt.

Am Pegel Bonn werden aktuell sehr niedrige Werte gemessen. Ein neuer Niedrigwasser-Rekord der vergangenen Jahre ist möglich. Besonders niedrige Wasserstände wurden in der jüngeren Vergangenheit bereits mehrfach registriert:

DatumUhrzeitWasserstand Pegel Bonn
23. Oktober 201803:15 Uhr79 cm
13. August 202218:30 Uhr86 cm

Daten laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV)

Der bisher niedrigste Wert dieser jüngeren Vergleichsreihe liegt damit bei 79 Zentimetern im Oktober 2018. Ob dieser Wert erreicht oder unterschritten wird, hängt von der weiteren Wetterentwicklung und den Zuflüssen im Rhein-Einzugsgebiet ab.

Interessant ist dabei ein Blick auf die Geschichte der Rheinpegel: Der Nullpunkt des Bonner Pegels wurde zum 1. November 1979 um einen Meter nach unten verlegt. Ohne diese Anpassung würden heutige extreme Niedrigwasserstände auf der früheren Skala teilweise bereits mit negativen Pegelwerten dargestellt werden.

Die Pegelanzeige darf jedoch nicht mit der tatsächlichen Tiefe des Rheins verwechselt werden. Der Pegelnullpunkt entspricht nicht der Flusssohle. Er ist so festgelegt, dass auch bei einem Wasserstand von null Zentimetern am Pegel in der Fahrrinne noch eine definierte Wassertiefe vorhanden ist. Die für die Schifffahrt entscheidende Fahrrinne liegt deshalb deutlich tiefer als der Pegelnullpunkt.

Niedrigwasser ist am Rhein kein neues Phänomen. Der Wasserstand schwankt natürlicherweise mit Jahreszeit, Niederschlag und Zuflüssen. Die vergangenen Jahre haben jedoch gezeigt, dass längere Trockenperioden zu außergewöhnlich niedrigen Pegelständen führen können.

Für Beuel bleibt der Rhein auch bei Niedrigwasser ein besonderer Anziehungspunkt. Die ungewöhnlichen Einblicke in den Fluss machen vielen Menschen bewusst, wie stark sich der Charakter des Rheins je nach Wasserstand verändern kann.

Meinung:
Der Rhein gehört zu Beuel wie die Promenade, die Weiberfastnacht und die vielen Veranstaltungen am Ufer. Gerade solche besonderen Momente zeigen, wie eng die Menschen hier mit ihrem Fluss verbunden sind. Gleichzeitig erinnern extreme Wasserstände daran, wie wertvoll unsere natürlichen Lebensgrundlagen sind und wie wichtig es ist, mit ihnen verantwortungsvoll umzugehen.