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  • Beuelfest und Promenadenfest 2026 – das Bühnenprogramm steht!

    Beuelfest und Promenadenfest 2026 – das Bühnenprogramm steht!

    Wie berichtet findet das Fest in diesem Jahr als Kooperation zwischen der Gewerbe-Gemeinschaft Beuel und der Interessengemeinschaft Beueler Vereine statt. Auf der Webseite der Gewerbe-Gemeinschaft https://beuelhats.de/ kann das Programm inklusive Faltblatt angesehen werden. Nun wurde das Bühnenprogramm veröffentlicht:

    Samstag 05.09.2026 auf der Rathaus-Bühne:
    Ina Harder führt durch das Programm.
    12:30 Kindercorps der Beueler Stadtsoldaten mit des. Wäscherprinzessin Anna I.
    13:30 Tanzcorps Luftpiraten e.V.
    14:30 Prinzengarde Vilich-Müldorf e.V. mit des. Kinderprinzenpaar
    15:30 KG Beueler Rhingfunken von 2025 e.V.
    16:30 Tanzcorps „Die Ennertfunken“
    18:30 Motel Kings – Rhythm ’n Blues
    20:00 Moondance – Rock

    Samstag 06.09.2026 auf der Rheinufer-Bühne:
    Patty Burgunder führt durch das Programm.
    12:30 Tanzcorps Luftpiraten e.V.
    13:30 Kindercorps der Beueler Stadtsoldaten mit des. Wäscherprinzessin Anna I.
    14:30 KG Beueler Rhingfunken von 2025 e.V.
    15:30 Tanzcorps „Die Ennertfunken“ mit des. LiKüRa-Prinzessin Laura I. und LiKüra-Kinderprinzenpaar
    16:30 Flamenco mit dem Spanischen Elternverein Bonn-Beuel e.V.
    19:00 SchlagerMetall – In Nomine Hossa

    Sonntag 06.09.2026 auf der Rheinufer-Bühne:
    Patty Burgunder führt durch das Programm.
    13:00 Prinzengarde Vilich-Müldorf e.V. mit des. Kinderprinzenpaar
    14:00 Soul Cake
    15:00 Plenty Fourty – Rhythm ’n’ Blues & Funk
    18:00 Elton & the Joels – The Music of Elton John & Billy Joel

    Meinung. Wie schön, dass es eine Fortsetzung dieser beiden beliebten Feste gibt, die einen Einblick geben in die zahlreichen Beueler Aktivitäten, Initiativen und Vereine.

    Faltblatt zur Veranstaltung. Erstellt vom Veranstalter.
  • Mehr als 200 Kilometer im Wasser: Nathalie Pohl schwimmt am Freitag an Beuel vorbei

    Mehr als 200 Kilometer im Wasser: Nathalie Pohl schwimmt am Freitag an Beuel vorbei

    Update 14.08.: Nathalie ist um 09:36 in Bad Honnef gestartet und kommt gut voran. Damit dürfte sie schon früher als 11:30 in Beuel sein. Nach unserer linearen Prognose 11:11 am Flaggenmast Beuel.

    Nathalie Pohl um 11:12 vor ihrem Begleitboot auf Höhe der zweiten Fährgasse in Bonn, fotografiert vom Rheinufer unterhalb des Beueler Flaggenmastes.

    Beuel. Wer am Freitagvormittag am Beueler Rheinufer unterwegs ist, könnte eine außergewöhnliche Extremsportlerin auf dem Rhein entdecken: Nathalie Pohl schwimmt derzeit im Rahmen ihrer „RIVERS: Frankfurt to Cologne“-Challenge von Frankfurt nach Köln. Mehr als 200 Kilometer legt die 31-Jährige dabei in mehreren Tagesetappen auf Main und Rhein zurück.

    Am Freitagmorgen 14. August 2026 startet Pohl in Bad Honnef zu ihrer letzten Etappe in Richtung Köln. Nach aktueller Hochrechnung ihres Teams wird sie gegen 11.30 Uhr an Beuel vorbeischwimmen. Ihre aktuelle Position lässt sich über ein Live-Tracking verfolgen.

    Damit führt eine außergewöhnliche sportliche Herausforderung direkt an unserer Haustür vorbei.

    Foto: Pressefoto / Team Nathalie Pohl
    Foto: Pressefoto / Team Nathalie Pohl

    Von Frankfurt über Main und Rhein nach Köln

    Gestartet ist Pohl am Dienstag, 11. August, gegen 6 Uhr am Holbeinsteg in Frankfurt. Von dort führt die Strecke durch den Main und anschließend über den Rhein in Richtung Köln. Als weitere Punkte der Route nennt ihr Team das Rhein-Nahe-Eck in Bingen und das Deutsche Eck in Koblenz. Ziel ist das Deutsche Sport & Olympia Museum in Köln. Dort ist für den Nachmittag des 14. August eine Spendenübergabe geplant.

    Auf ihrer Internetseite gibt Pohl die Distanz der „RIVERS – Frankfurt to Cologne“-Challenge mit 200 Kilometern und den Zeitraum mit 11. bis 14. August 2026 an.

    Am Freitag folgt nun die für Beuel besonders interessante letzte Etappe: Am Morgen soll Pohl in Bad Honnef starten und anschließend rheinabwärts in Richtung Bonn und Köln schwimmen. Für Beuel rechnet ihr Team derzeit mit einer Passage gegen 11.30 Uhr.

    Da es sich um eine Hochrechnung handelt, kann sich diese Uhrzeit im tatsächlichen Verlauf der Etappe noch verschieben. Wer Pohl am Rhein sehen möchte, kann deshalb kurz vorher einen Blick auf das Live-Tracking werfen.

    Hinter der sportlichen Leistung steckt eine Botschaft

    Bei der Challenge geht es Pohl nicht allein um die sportliche Herausforderung. Mit der Aktion möchte sie auf die Schwimmsicherheit von Kindern aufmerksam machen.

    Nach Angaben ihres Teams setzt sich die Extremschwimmerin als Gründungsmitglied des gemeinnützigen Vereins „DVAG hilft e. V.“ seit Jahren für die Schwimmförderung von Kindern ein. Die im Rahmen der Aktion gesammelten Spenden sollen erneut in Schwimmprojekte für Kinder fließen – insbesondere dort, wo Familien keinen einfachen Zugang zu Schwimmkursen haben. Informationen zu Spendenmöglichkeit gibt es hier: https://dvag-hilft.org/frankfurt-cologne

    Damit verbindet die Tour eine außergewöhnliche sportliche Leistung mit einem ernsten Thema.

    Eine Extremschwimmerin mit viel Erfahrung

    Pohl geht diese Herausforderung nicht unvorbereitet an. In der Pressemitteilung zur Challenge wird sie als mehrfache Weltrekordhalterin und eine der erfolgreichsten Freiwasserschwimmerinnen der Welt bezeichnet.

    Doch auch für eine derart erfahrene Athletin ist eine Strecke auf Main und Rhein etwas Besonderes. Das Team spricht von einer neuen Dimension der Herausforderung. Neben der körperlichen Belastung spielt die Logistik eine erhebliche Rolle.

    Für das Schwimmen seien unter anderem besondere Genehmigungen, Wasser- und Strömungsberechnungen sowie die Einbindung von Schiffsverkehr und Schleusen erforderlich. Hinter der Aktion steht deshalb ein erfahrenes Team mit einem entsprechenden Sicherheitskonzept.

    Schwimmen im Rhein ist kein Freizeittipp

    So spektakulär die Bilder von Pohl im Rhein sein mögen: Ihre Tour ist ausdrücklich keine Einladung zum Nachmachen.

    Auch ihr eigenes Team weist auf die Gefahren von Fließgewässern hin. Starke Strömungen und Wirbel können unter der Wasseroberfläche kaum erkennbar sein. Selbst für geübte Schwimmerinnen und Schwimmer kann ein Fluss wie der Rhein lebensgefährlich werden.

    Pohls Leistung findet unter ganz anderen Voraussetzungen statt als ein spontaner Sprung in den Rhein: Die Strecke wurde vorbereitet, es gibt ein Sicherheitskonzept und ein erfahrenes Team begleitet die Aktion.

    Das sollte auch für Zuschauer am Beueler Rheinufer klar sein: Zuschauen ja – nachmachen nein.

    Am Freitag wird Beuel zum Logenplatz

    Für uns in Beuel bekommt die mehr als 200 Kilometer lange Tour am Freitag ihren besonderen lokalen Moment.

    Pohl startet am Morgen in Bad Honnef und schwimmt anschließend rheinabwärts. Nach der derzeitigen Berechnung ihres Teams soll sie gegen 11.30 Uhr Beuel passieren.

    Wer die Extremschwimmerin vom Ufer aus sehen möchte, sollte sich nicht ausschließlich auf diese Uhrzeit verlassen. Über die offizielle Tracking-Seite kann die aktuelle Position verfolgt werden:

    https://www.nathaliepohl.de/track/

    So wird aus einer mehrtägigen Extremsport-Challenge zwischen Frankfurt und Köln für kurze Zeit auch ein Ereignis direkt vor unserer Haustür.

    Und vielleicht lohnt sich am Freitagvormittag ein Blick auf den Rhein ganz besonders.

    Wer nicht vor Ort dabei sein kann: der tägliche Live-Stream von Bild.de ist unter dem folgenden Link erreichbar:
    https://www.bild.de/sport/mehr-sport/nathalie-pohl-is…

    Quellen

    • Nathalie Pohl, Pressemeldung vom 10. August 2026: „Extremschwimmerin startet Flusschallenge zugunsten der Schwimmsicherheit – Nathalie Pohl schwimmt ab morgen mehr als 200 Kilometer von Frankfurt nach Köln“
    • Presseauskunft des Teams von Nathalie Pohl an Beuel.net vom 12. August 2026: Start der Freitags-Etappe am Morgen in Bad Honnef; Passage von Beuel nach aktueller Hochrechnung gegen 11.30 Uhr.
    • Nathalie Pohl: Offizielles Live-Tracking „RIVERS – Frankfurt to Cologne“
      https://www.nathaliepohl.de/track/

  • Neue Hochwassermarke erinnert am Mehlemschen Haus an die Katastrophe von 1784

    Neue Hochwassermarke erinnert am Mehlemschen Haus an die Katastrophe von 1784

    Beuel. Eine neue Hochwassermarke erinnert jetzt auch am Mehlemschen Haus in der Rheinaustraße an das verheerende Eishochwasser von 1784. Die Marke ist bereits am Gebäude angebracht worden. Eine begleitende Veranstaltung wird nach Angaben des Denkmal- und Geschichtsvereins dazu Anfang kommenden Jahres stattfinden.

    Damit kommt eine weitere sichtbare Erinnerung an die schwerste Hochwasserkatastrophe in der Geschichte Beuels hinzu. Das Eishochwasser von 1784 gehört zu den extremsten Ereignissen in der Geschichte des Bonner Pegels. Für das Ereignis wird ein Wasserstand von 14,23 Metern in Beuel bezogen auf den heutigen Bonner Pegel angegeben.

    Während die Marke an das Hochwasser erinnert, zeigt der Rhein gerade sein anderes Extrem

    Der Zeitpunkt für die neue Hochwassermarke ist bemerkenswert: Während sie an die gewaltige Wassermenge von 1784 erinnert, führt der Rhein in diesen Tagen vor Augen, wie unterschiedlich sich ein Fluss präsentieren kann.

    Am 7. August meldete Beuel.net unter Berufung auf die Rohdaten der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) für den Bonner Pegel einen Wasserstand von 74 Zentimetern. Damit wurden dort die niedrigsten Werte seit 1927 erreicht. Die WSV-Werte sind zunächst ungeprüfte Rohdaten und können nachträglich korrigiert werden.

    So liegen am Mehlemschen Haus gewissermaßen zwei Extreme des Rheins gedanklich nur wenige Schritte auseinander: Die neue Marke macht sichtbar, wie hoch das Wasser einst stand. Der heutige Blick auf den Fluss zeigt dagegen, wie weit der Rhein bei Niedrigwasser zurückweichen kann.

    Ein Haus mit eigener Hochwassergeschichte

    Das Mehlemsche Haus an der Rheinaustraße 131 gehört selbst zu den historischen Gebäuden, die eng mit der Geschichte des Beueler Rheinufers verbunden sind. Wann genau das heutige Mehlemsche Haus errichtet wurde, ist nicht abschließend geklärt. Der Denkmal- und Geschichtsverein nennt auf seiner Projektseite zwei überlieferte Auffassungen: Danach könnte Johannes Paul Mehlem den heutigen Bau vermutlich 1785 nach dem Hochwasser von 1784 errichtet haben. Nach einer anderen Auffassung entstand das Wohnhaus bereits zwischen 1750 und 1770 und überstand die Katastrophe. Ein Vereinsflugblatt von 2016 vertritt ausdrücklich diese ältere Datierung und ordnet die Jahreszahl 1785 am Torbogen dem Wiederaufbau der Wirtschaftsgebäude zu.

    Fest steht, dass das Haus mit dem Fährmeister Johannes Paul Mehlem verbunden ist. Die Familie Mehlem betrieb an der damaligen Combahn die Rheinfähre, die als Gierponte bekannt war. Das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz und wird von der städtischen Musikschule genutzt.

    Der Denkmal- und Geschichtsverein hat sich seit seiner Gründung 1975 besonders für die Erhaltung des Gebäudes eingesetzt. Die Rettung und Wiederherstellung des vom Abriss bedrohten Mehlemschen Hauses war der Anlass für die Gründung des Vereins.

    Erinnerung an das „Jahrtausend-Hochwasser“

    Die neue Marke am Mehlemschen Haus ist Teil einer Reihe von Erinnerungszeichen, mit denen in Beuel an das Ereignis von 1784 erinnert wird. Bereits an anderen historischen Gebäuden im Stadtbezirk befinden sich entsprechende Hochwassermarken. Genannt werden unter anderem das Fachwerkhaus des Heimatmuseums, die Kirche St. Josef, das Pfarrhaus der Doppelkirche in Schwarzrheindorf sowie das Bürgermeister-Stroof-Haus.

    Eine von Manfred Spata verfasste Publikation trägt den Titel „Das Jahrtausend-Hochwasser von 1784 in Bonn und Beuel. Beueler Hochwassermarken als Erinnerung an die Eiskatastrophe“. Die Publikation ist inzwischen in einer Neuauflage erhältlich. Nach Angaben Spatas liegt die neue Auflage seit Juni 2026 vor und ist im Bürgermeister-Stroof-Haus erhältlich.

    Die ursprünglich geplante Veranstaltung rund um die neue Marke am Mehlemschen Haus findet allerdings nicht wie zunächst vorgesehen statt. Wegen Veränderungen im Verein wurde sie auf den Anfang des kommenden Jahres verschoben.

    Die Marke selbst muss darauf nicht warten. Sie ist bereits angebracht – und erinnert damit dauerhaft an eine Zeit, in der der Rhein in Beuel nicht zu wenig, sondern gewaltig zu viel Wasser führte.

    Die Hochwassermarke von 1784 befindet sich an der rechten Ecke des Mehlemschen Hauses etwas oberhalb des Torbogens und knapp unter den Fenstern der ersten Etage.

    Quellen

    • E-Mail-Korrespondenz vom 5./6. August 2026 mit Manfred Spata, Georg Divossen sowie Mitteilung von Elisabeth Rolffs vom 6. August 2026. Daraus stammen insbesondere die Angaben zur bereits montierten Hochwassermarke, zur Verschiebung der Veranstaltung auf Anfang 2027 und zur Neuauflage der Publikation seit Juni 2026.
    • https://www.denkmalverein-bonn.de/projekte_mehlemsches_haus

  • Kampfmittelfund am Rheinufer – was das Niedrigwasser offenbart

    Kampfmittelfund am Rheinufer – was das Niedrigwasser offenbart

    Beuel. Das außergewöhnliche Niedrigwasser des Rheins bringt derzeit nicht nur ungewöhnlich große Uferflächen zum Vorschein. Am Dienstag musste am Beueler Rheinufer der Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Düsseldorf anrücken. Gleich drei verdächtige Gegenstände waren im Bereich des Rheins zwischen China Schiff und Rheinnixe auf der Beueler Seite entdeckt worden. Das Ufer wurde deshalb über mehrere Stunden gesperrt. Auch die Promenade wurde vorübergehend gesperrt.

    Ausgangspunkt des Einsatzes war nach Angaben des Bonner Ordnungsamtes ein Fund im Rhein: Eine Person hatte dort ein Magazin mit Patronen entdeckt und daraufhin die Ordnungskräfte verständigt. Die Einsatzkräfte nahmen anschließend auch die benachbarten Bereiche genauer unter die Lupe. Dabei wurden zwei weitere verdächtige Gegenstände entdeckt.

    Nach der Untersuchung durch die Fachleute stellte sich heraus, dass es sich bei einem der Funde um ein Kampfmittel mit Phosphor handelte. Der zweite Fund war das bereits entdeckte Magazin mit Patronen. Beim dritten Gegenstand konnte dagegen Entwarnung gegeben werden: Das stark verrostete Objekt entpuppte sich als leere kleine Gasflasche mit Projektil ähnlicher Form.

    Für die Untersuchung und Beseitigung wurde der Kampfmittelbeseitigungsdienst hinzugezogen. Für Bonn ist der bei der Bezirksregierung Düsseldorf angesiedelte Kampfmittelbeseitigungsdienst zuständig. Er unterstützt die örtlichen Ordnungsbehörden in den Regierungsbezirken Düsseldorf und Köln. Die Stadt Bonn weist ausdrücklich darauf hin, dass der Umgang mit Kampfmitteln ausschließlich dem Kampfmittelbeseitigungsdienst und von diesem beauftragten Räumfirmen gestattet ist.

    Nach Angaben des Ordnungsamtes wurde die Sperrung des betroffenen Uferbereichs gegen 16 Uhr eingerichtet. Erst gegen 21.30 Uhr war der Einsatz beendet. Unser Reporter war während des Einsatzes vor Ort.

    Niedrigwasser legt ungewöhnlich große Flächen frei

    Der Einsatz zeigt zugleich eine Begleiterscheinung des derzeit außergewöhnlichen Niedrigwassers. Bereiche des Flussbettes und der Uferzone, die normalerweise unter Wasser liegen, sind derzeit zugänglich.

    Historische Angaben verdeutlichen, wie außergewöhnlich die Situation ist. Beim extremen Niedrigwasser im Oktober 2018 wurden demnach 79 Zentimeter erreicht. Das derzeitige Niedrigwasser bewegt sich damit in einer Größenordnung, wie sie in Bonn seit der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr erreicht worden ist.

    Gerade deshalb ist an den freigelegten Uferbereichen besondere Vorsicht angebracht. Was dort zum Vorschein kommt, muss nicht auf den ersten Blick als gefährlicher Gegenstand erkennbar sein. Der heutige Einsatz mit einem Munitionsmagazin, einem Kampfmittel mit Phosphor und einer zunächst nicht eindeutig identifizierbaren, stark verrosteten Gasflasche macht das sehr deutlich.

    Verdächtige Gegenstände nicht anfassen

    Wer am Rheinufer einen verdächtigen Gegenstand findet, sollte ihn nicht berühren, bewegen oder mitnehmen und Abstand halten.

    Die Stadt Bonn gibt für Kampfmittelfunde eine eindeutige Anweisung: Die Leitstelle des Stadtordnungsdienstes ist unverzüglich unter 0228 77 3333 zu informieren. Außerhalb der Dienstzeiten soll die Polizei unter 110 verständigt werden. Die Leitstelle des Ordnungsamtes nimmt Hinweise zur Gefahrenabwehr entgegen und ist montags bis freitags von 7 bis 1 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen von 10 bis 1 Uhr erreichbar.

    Bei einer akuten Gefahr gilt der Notruf. Die Stadt Bonn nennt hierfür 110 für die Polizei und 112 für Feuerwehr und Rettungsdienst.

    Das Niedrigwasser macht einen Spaziergang am Rhein derzeit besonders interessant. Dabei wird geraten normalerweise vom Wasser bedeckten Bereichen zu meiden. Zu groß ist die Gefahr mag das Naturschauspiel noch so spannend sein.

    Quellen

    Ergänzung

    Im gleichen Bereich wurde am Sonntag 16. August 2026 ein weiteres Kampfmittel gefunden. Im aktuellen Fall handelt es sich augenscheinlich um eine Tellermine.

  • Nächtliche Kanalreinigung in Beuel: Arbeiten am Konrad-Adenauer-Platz und in Vilich

    Nächtliche Kanalreinigung in Beuel: Arbeiten am Konrad-Adenauer-Platz und in Vilich

    Wer Mitte September nachts am Konrad-Adenauer-Platz oder an der Käserbergstraße ungewöhnliche Arbeitsgeräusche hört, muss sich nicht wundern: Das Tiefbauamt der Stadt Bonn lässt dort Teile der Kanalisation reinigen und untersuchen.

    Die Arbeiten gehören zur diesjährigen Kanal-Nachtreinigung, die nach Angaben der Stadt vom 14. bis voraussichtlich 25. September 2026 in mehreren Bonner Stadtteilen durchgeführt wird. Gearbeitet wird in den betroffenen Straßen zwischen 20 Uhr und 6 Uhr.

    Zwei Straßen in Beuel betroffen

    Im Stadtbezirk Beuel nennt die Stadt zwei Bereiche:

    • Beuel-Mitte, Konrad-Adenauer-Platz: 14. bis 15. September 2026
    • Vilich, Käserbergstraße: 14. bis 15. September 2026

    Die Termine sind allerdings nicht in Stein gemeißelt. Laut Informationsbrief können sie sich aufgrund unvorhersehbarer Umstände um bis zu drei Tage verschieben.

    Auch außerhalb Beuels wird nachts gearbeitet. Insgesamt enthält die von der Stadt veröffentlichte Liste 20 Straßen beziehungsweise Plätze in Bonn-Zentrum, Endenich, der Nordstadt, Poppelsdorf, der Südstadt, Weststadt sowie in Beuel-Mitte und Vilich.

    Warum muss ausgerechnet nachts gearbeitet werden?

    Normalerweise führt das Tiefbauamt solche Arbeiten tagsüber aus. In Straßen mit starkem Verkehrsaufkommen sowie insbesondere auf Abschnitten mit Bus- oder Schienenverkehr verlegt die Stadt die Kanalreinigung jedoch in die Nachtstunden, um die Auswirkungen auf den Verkehr zu begrenzen.

    Zum Einsatz kommen Hochdruckspülwagen. Darüber hinaus sollen einzelne Kanalabschnitte mit Kameras auf Schäden untersucht werden. Für die Nachtarbeiten liegt nach Angaben der Stadt eine Genehmigung der Unteren Umweltbehörde vor.

    Dass Kanäle regelmäßig kontrolliert werden, ist nicht lediglich eine freiwillige Vorsorgemaßnahme. Grundlage ist die nordrhein-westfälische Selbstüberwachungsverordnung Abwasser (SüwVO Abw). Sie verpflichtet Betreiber öffentlicher Kanalisationsnetze zur Überwachung von Zustand und Funktionsfähigkeit ihrer Netze. (Recht NRW)

    Die Stadt Bonn erläutert zu ihren Kanal-TV-Untersuchungen, dass die Kamerabefahrung in Abhängigkeit von der Kanalreinigung erfolgt: Das TV-Fahrzeug untersucht dabei die zuvor gereinigten Kanalhaltungen. Die Aufnahmen werden anschließend ausgewertet und der Zustand des öffentlichen Kanals klassifiziert beziehungsweise bewertet. Die gewonnenen Daten fließen laut Stadt in das Kanaldateninformationssystem ein und bilden eine Grundlage für das fortzuschreibende Abwasserbeseitigungskonzept. (Bonn)

    Lärm lässt sich nicht vollständig vermeiden

    Ganz geräuschlos geht eine Hochdruckreinigung naturgemäß nicht vonstatten. Das Tiefbauamt kündigt deshalb mögliche Lärmbelästigungen an und bittet die Anwohnerinnen und Anwohner um Verständnis. Die Beeinträchtigungen sollen nach Angaben der Stadt so gering wie möglich gehalten werden.

    Wer Fragen oder Hinweise zu den Arbeiten hat, kann sich laut Informationsbrief per E-Mail an tiefbauamt@bonn.de wenden. Außerdem nennt die Stadt für Rückfragen die Telefonnummer 0151 20411892 tagsüber sowie 0151 14302845 nachts. Auch die vor Ort eingesetzten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen Auskunft zu den Arbeiten geben können.

    Für Beuel bedeutet die diesjährige Nachtreinigung damit vor allem: Rund um den Konrad-Adenauer-Platz und die Käserbergstraße kann es ab dem Abend des 14. September zeitweise lauter werden. Nach derzeitiger Planung sind die Arbeiten dort bis zum 15. September vorgesehen.

    Quellen

    [1] Bundesstadt Bonn, Tiefbauamt: Informationsbrief „Kanal-Nachtreinigung 2026 für die Stadtbezirke Bonn, Hardtberg und Beuel“, Bonn, August 2026

    [2] Bundesstadt Bonn: „Kanal-TV-Untersuchung“. Die Stadt beschreibt dort die regelmäßige Zustandsprüfung der öffentlichen Kanäle, die Verbindung von Kanalreinigung und TV-Untersuchung sowie die anschließende Zustandsbewertung. Kanal-TV-Untersuchung – Bundesstadt Bonn (Bonn)

    [3] Land Nordrhein-Westfalen: Verordnung zur Selbstüberwachung von Abwasseranlagen – Selbstüberwachungsverordnung Abwasser (SüwVO Abw), vom 17. Oktober 2013, aktuelle auf RECHT.NRW bereitgestellte Fassung. Insbesondere § 1 und § 2 regeln Geltungsbereich und Überwachung öffentlicher Kanalisationsnetze. SüwVO Abw bei RECHT.NRW (Recht NRW)

    Bei der Abbildung handelt es sich um ein KI generiertes Symbolbild.

  • Bilder vom Niedrigwasser des Rheins 2026

    Bilder vom Niedrigwasser des Rheins 2026

    Wie vielseitig der Rhein doch ist! Kaum vorstellbar, dass der Bonner Pegel des Rheins bei Hochwasser mehr als 9 Meter höher stehen kann als heute (beim Eishochwasser noch höher). Die Impressionen des Niedrigwassers sind beeindruckend. Hier eine Bildserie.

    Der Anleger der Rheinnixe liegt bereits auf Grund.


    Wer zum Wasser will muss am Beueler Strand – Costa del Beuel – weite Wege auf sich nehmen:


    Die Hoffnung, dass sich die „Isle of Beuel“ als neues Bauland eignen könne währte nur kurz. Kurz nach der Entdeckung wurde sie bereits von der heimischen Fauna eingenommen …


    Trockenen Fußes gelangt man auf die Rückseite der Rheinnixe. Ein völlig ungewohntes Bild:


    Auch am Stadtstrand – von manchen als Copacabeuel bezeichnet – ist deutlich mehr Land zu sehen. Im Hintergrund ruht die stillgelegte Nordbrücke.

  • Wie niedrig war der Rhein Pegel 2018?

    Wie niedrig war der Rhein Pegel 2018?

    Wie niedrig der Pegel des Rheins im Jahr 2018 war hängt wie immer bei einem messtechnischen Verfahren von der Stichprobe ab. In den Rohdaten finden sich Messungen für den Pegel Bonn, deren kleinste Werte bei 79 cm liegen. Dennoch wird als niedrigster Wert (NNW) 81 cm angegeben. Doch dafür gibt es eine einfache Erklärung, wie wir durch Nachfrage bei der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) erfahren konnten:

    Die NNW Werte werden aus den Tagesmittelwerten ermittelt. Daher können diese durchaus höher sein, als der in einer Zeitreihe von zehn Jahren ermittelte Momentan- bzw. Viertelstundenwert. Dies wird gemacht, um anthropogene Effekte aus den momentanen Minimalwerten zu minimieren.

    so Claudia Thoma, Pressesprecherin der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt. Zusätzlich enthalte das Pegelhandbuch – Leitfaden zur Hydrometrie des Bundes und der Länder – weitergehende Informationen.

    Durch die Mittelungen und den Einbezug mehrerer Messwerte soll also verhindert werden, dass einzelne Schwankungen des Pegels durch äußere Faktoren sich in der Gesamtbetrachtung niederschlagen.

    Was bedeutet das für die Bewertung der aktuellen Situation?

    Gemäß der Definition ist ein bloßes kurzzeitiges Unterschreiten von 81 cm am Pegel Bonn noch kein neuer Rekord. Vielmehr muss sich dieser Wert im Tagesmittel ergeben. Erst dann kann von einem neuen Rekord gesprochen werden.

    Beueler Platte

    Während noch abzuwarten bleibt wie sich der Pegel weiter entwickelt, treten immer mehr sonst verborgene Bereich zum Vorschein. Als „Beueler Platte“ wird ein Bereich nahe der Kennedybrücke bezeichnet. Dort kommt es immer wieder zu Ablagerungen. In der Tiefenkarte ist dieser Bereich deutlich zu erkennen. Die Untiefen sind mit den Farben orange bis rot markiert:

    Auszug aus der Tiefenkarte des Rhein im Bereich Bonn Kennedybrücke und Beueler Platte. Die Einzelbilder wurden zu einem durchgehenden Bild zusammengefügt. In der Mitte erkennt man die Kennedybrücke. Der Rhein fließt von links nach rechts. Das obere Ufer ist Bonn, das untere das von Beuel. Quelle: Tiefenkarte des Rhein / Herausgeber: Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein / Ausgabe vom: 08.02.2021 / alle Angaben ohne Gewähr

    In der Darstellung lässt sich auch der Verlauf der Fahrrinne erkennen.

    Auch ohne Echolot kann man die Ausläufer dieser Platte nun im Rhein deutlich erkennen.

    Aufnahme von der Kennedybrücke auf das China Schiff. Im Hintergrund zeigen sich sonst verborgenen Bereiche des Flussbetts des Rheins. Pegelstand 84 cm, 30. Juli 2026
  • Niedrigwasser: Fahrrinne des Rheins bei Bonn

    Niedrigwasser: Fahrrinne des Rheins bei Bonn

    Titel-Bild: OpenSeaMap.org mit Kartendaten von OpenStreetMap Contributors, Fahrrinne hervorgehoben in Blau von Beuel.net

    Ergänzend zu dem gestern publizierten Artikel zum Niedrigwasser möchten wir heute auf die Details zur Berechnung der verbleibenden Tiefe der Fahrrinne eingehen.

    Ausgelöst wurde die Frage durch Zuschriften mit der Frage bis zu welchem Pegel bei Niedrigwasser Schiffe auf dem Rhein fahren können. In diesem Zusammenhang ist kürzlich auch ein Artikel beim General Anzeiger erschienen [GA externer Link]. Diesen möchten wir gerne ergänzen, da die Berechnung der Fahrrinne aus diesem nicht unmittelbar hervorgeht. Aus den im Artikel genannten Werten entsteht ein Widerspruch. Dies nehmen wir zum Anlass einer Detailbetrachtung.

    Wie tief ist der Rhein in der Fahrrinne?

    Die Fahrrinne ist der Teil eines Gewässer – hier des Rheins – in dem definierte Tiefen und Breiten als Sollwerte vorgehalten werden. Für die Fahrrinne gibt es definierte Solltiefen, also Mindesttiefen, die auf der gesamten Breite der Fahrrinne in diesem Abschnitt zur Verfügung stehen. Laut Definition der WSV:

    Die Fahrrinnentiefe ist die Solltiefe in der Fahrrinne bei gleichwertigem Wasserstand (GIW), die im Rahmen des Möglichen und Zumutbaren für die Schifffahrt vorgehalten wird. [ELWIS externer Link]

    Diese Solltiefe ist nicht den ganzen Rhein entlang gleich sondern teilt sich in Abschnitte. Von Koblenz (Moselmündung) bis Krefeld und damit also auch in Bonn sind dies beispielsweise 250 cm Solltiefe.

    Die Fahrrinne liegt im Bereich Bonn-Innenstadt überwiegend auf der Bonner Rheinseite, da dort die Außenkurve des Flusses verläuft und die Strömung das Flussbett tiefer ausschürft. Jeder Fluss – auch als Gerinne bezeichnet – folgt dabei der Flussmorphologie. Die Fahrrinne wird aber bei Bedarf durch Baggerarbeiten unterhalten, um die erforderliche Fahrrinnentiefe für die Schifffahrt sicherzustellen.

    Nun kann dieser Wert bei niedrigen Pegel nicht garantiert werden. Dafür gibt es den gleichwertigen Wasserstand (GlW): Das ist der Wasserstand, der bei gleichwertigen niedrigen Abflüssen längs des Rheins auftritt. [ELWIS externer Link].
    Da jeder Pegelnullpunkt in jeder Stadt anders definiert ist gibt die WSV regelmäßig eine Tabelle mit den GlW-Werten heraus. [ELWIS externer Link].

    Für Bonn liegt dieser GlW seit 2022 bei 142 cm.

    Zusammengefasst: bei 142 cm Bonner Pegel läge die Fahrrinnentiefe bei 250 cm. Sinkt der Pegel weiter reduziert sich die verbleibende Fahrrinnentiefe entsprechend.

    Durch Ablagerungen können zusätzliche örtliche Fehltiefen auftreten.

    Verbleibende_Fahrrinnentiefe = Pegel − GlW + Solltiefe − Fehltiefe     (I)

    Setzen wir nun die Werte GlW = 142 cm und Solltiefe = 250 cm in (I) ein, so ergibt sich für Bonn:

    Verbleibende_Fahrrinnentiefe_Bonn = Pegel_Bonn + 108 cm − Fehltiefe     (II)

    Generell wird zur Berechneten verbleibenden Fahrrinnentiefe noch 20 – 30 cm Sicherheitsabstand subtrahiert:

    abzüglich 20-30 cm Sicherheitsabstand; je nach Schiffstyp/Ladung

    so Fabian Spieß, stellvertretender Geschäftsführer des Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V.

    Schematische Darstellung der Fahrrinne des Rheins am Pegel Bonn
Beuel.net, eingetragen von oben nach unten GlW, Pegelnullpunkt und Solltiefe, Querschnitt durch Flussbett, an der tiefsten Stelle Fahrrinne markiert

    Für Bonn ergibt sich für den aktuell (29. Juli 2026 12:00) vorherrschenden Pegel von 84 cm eine verbleibende Fahrrinnentiefe von 192 cm ohne Berücksichtigung des Sicherheitsabstandes.

    Rein mathematisch läge die verbleibende Fahrrinnentiefe bei 0 cm Bonner Pegel noch bei 108 cm.

    Bonner Pegelverbleibende Fahrrinnentiefe
    150 cm258 cm
    142 cm (GlW)250 cm
    100 cm208 cm
    0 cm108 cm
    Verbleibende Fahrrinnentiefe am Pegel Bonn gemäß GlW von 2022 ohne Berücksichtigung von Sicherheitsabständen. Alle Angaben ohne Gewähr. Beuel.net, 29. Juli 2026

    Fazit

    Um im Bereich Bonn auf dem Rhein fahren zu können muss der Tiefgang des Schiffes kleiner sein als der Bonner Pegel + 108 cm (plus Sicherheitsabstand).

    Alle Angaben nach bestem Wissen jedoch ohne Gewähr. Bitte verwenden Sie für die Schifffahrt nur die offiziellen Quellen direkt.

    Quellenangabe

    • https://www.elwis.de/DE/Binnenschifffahrt/Verkehrsinformationen/Rhein/Hinweis-Fahrrinne-GlW.pdf?__blob=publicationFile&v=4
    • https://www.elwis.de/DE/Service/Telematikanwendungen/Inland-ECDIS/Allgemeines/ARGO/Fahrrinnensituation/Fahrrinnensituation-node
    • Rückfrage bei Fabian Spieß, stellvertretender Geschäftsführer des Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V.

    Anmerkung

    Eingangs sprachen wir den GA Artikel an, dieser hatte uns stutzig werden lassen, da in ihm ein Pegel von 95 cm und eine verbleibende Fahrrinnentiefe von 214 cm erwähnt werden. Rein mathematisch wäre dies nur bei einem hypothetischen GlW von 131 cm möglich, was nicht im Einklang mit der WSV stünde. Vermutlich erfolgte die Berechnung der 214 cm zu einem anderem Zeitpunkt mit einem anderen Pegelwert als den im GA Artikel aktuell genannten 95 cm. Der Vollständigkeit halber:
    – bei 106 cm Bonner Pegel wie am 13.07.2026 um 08:45 lag die verbleibende Fahrrinnentiefe bei 214 cm
    – bei 95 cm Bonner Pegel wie am 15.07.2026 um 16:00 lag die verbleibende Fahrrinnentiefe bei 203 cm

  • Niedrigwasser im Rhein: Der Grund wird sichtbar – neuer Tiefstand möglich

    Niedrigwasser im Rhein: Der Grund wird sichtbar – neuer Tiefstand möglich

    Beuel – Der Rhein zeigt sich derzeit von einer ungewöhnlichen Seite: Im Bereich des Anlegers der Rheinnixe in Beuel tritt der Grund des Flusses deutlich sichtbar hervor. Die niedrigen Wasserstände lassen Kiesflächen und Uferbereiche erscheinen, die sonst vom Wasser bedeckt sind.

    Für Spaziergänger am Beueler Rheinufer ist das derzeit ein beeindruckender Anblick. Gleichzeitig sind sehr niedrige Wasserstände für die Schifffahrt eine Herausforderung, weil die verfügbare Wassertiefe in der Fahrrinne abnimmt.

    Am Pegel Bonn werden aktuell sehr niedrige Werte gemessen. Ein neuer Niedrigwasser-Rekord der vergangenen Jahre ist möglich. Besonders niedrige Wasserstände wurden in der jüngeren Vergangenheit bereits mehrfach registriert:

    DatumUhrzeitWasserstand Pegel Bonn
    23. Oktober 201803:15 Uhr79 cm
    13. August 202218:30 Uhr86 cm

    Daten laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV)

    Der bisher niedrigste Wert dieser jüngeren Vergleichsreihe liegt damit bei 79 Zentimetern im Oktober 2018. Ob dieser Wert erreicht oder unterschritten wird, hängt von der weiteren Wetterentwicklung und den Zuflüssen im Rhein-Einzugsgebiet ab.

    Interessant ist dabei ein Blick auf die Geschichte der Rheinpegel: Der Nullpunkt des Bonner Pegels wurde zum 1. November 1979 um einen Meter nach unten verlegt. Ohne diese Anpassung würden heutige extreme Niedrigwasserstände auf der früheren Skala teilweise bereits mit negativen Pegelwerten dargestellt werden.

    Die Pegelanzeige darf jedoch nicht mit der tatsächlichen Tiefe des Rheins verwechselt werden. Der Pegelnullpunkt entspricht nicht der Flusssohle. Er ist so festgelegt, dass auch bei einem Wasserstand von null Zentimetern am Pegel in der Fahrrinne noch eine definierte Wassertiefe vorhanden ist. Die für die Schifffahrt entscheidende Fahrrinne liegt deshalb deutlich tiefer als der Pegelnullpunkt.

    Niedrigwasser ist am Rhein kein neues Phänomen. Der Wasserstand schwankt natürlicherweise mit Jahreszeit, Niederschlag und Zuflüssen. Die vergangenen Jahre haben jedoch gezeigt, dass längere Trockenperioden zu außergewöhnlich niedrigen Pegelständen führen können.

    Für Beuel bleibt der Rhein auch bei Niedrigwasser ein besonderer Anziehungspunkt. Die ungewöhnlichen Einblicke in den Fluss machen vielen Menschen bewusst, wie stark sich der Charakter des Rheins je nach Wasserstand verändern kann.

    Meinung:
    Der Rhein gehört zu Beuel wie die Promenade, die Weiberfastnacht und die vielen Veranstaltungen am Ufer. Gerade solche besonderen Momente zeigen, wie eng die Menschen hier mit ihrem Fluss verbunden sind. Gleichzeitig erinnern extreme Wasserstände daran, wie wertvoll unsere natürlichen Lebensgrundlagen sind und wie wichtig es ist, mit ihnen verantwortungsvoll umzugehen.

    Aufnahme Beueler Rheinufer mit Blick auf die Rheinnixe, Oper Bonn und Kennedybrücke. Pegel Bonn bei 87 cm. 28. Juli 2026, Foto von Beuel.net

  • Kennedybrücke: Wie entwickelte sich der KFZ-Verkehr zum Juli 2026?

    Kennedybrücke: Wie entwickelte sich der KFZ-Verkehr zum Juli 2026?

    Dieser Tage ist es ungewöhnlich ruhig auf den Bonner und Beueler Straßen rund um die Kennedybrücke. Die Auswirkung der Sommerferien in NRW haben wohl zu einem spürbaren Rückgang des Verkehrsaufkommens geführt. Eine Wohltat, nach den stressigen ersten Wochen, in die Bonn von heute auf morgen geraten war. Bemerkenswert ist wie viele kurzfristige Maßnahmen die Stadtführung unter OB Déus beschlossen und unmittelbar umgesetzt hat.

    Selbst seit Jahren bestehende Themen wie die Beschleunigung der Linie 66 durch eine eigene Spur am Combahnfriedhof wurden pragmatisch und schnell umgesetzt. Auch die schon lange diskutierte Neuregelung des Radverkehrs auf der Kennedybrücke erfolgte schnell. P+R Flächen wurden gefunden, innerhalb von 3 Tagen über das lange Fronleichnam-Wochenende ein Shuttlebus von Pützchen nach Vilich eingerichtet und viele weitere Maßnahmen umgesetzt. Sogar der ÖPNV wurde zeitweise kostenfrei. Eine Maßnahme mit der vor einem Jahr wohl kaum jemand gerechnet hätte.

    Natürlich kann man über einzelne Maßnahmen unterschiedliche Meinungen haben. Welche davon wie effektiv sind wird sich zeigen. Und hier kommen wir zu einem Punkt. Wie wird der Erfolg gemessen? Was sind Kriterien?

    Wie bei jeder Interpretation ist die Gewichtung der Kriterien relevant. Unter anderem in Betracht kommen: Stau auf den Hauptachsen, Geschwindigkeiten der Fahrzeuge, Anzahl von Fahrzeugen pro Zeit, Verspätungen im ÖPNV, Stau in Nebenstraßen, Reisezeiten von A nach B.

    Während Radverkehrszählungen kontinuierlich erfolgen, nutzt die Stadt für den Kfz-Verkehr einerseits Bluetooth-Fahrzeitdaten und andererseits punktuelle Verkehrszählungen. Via Bluetooth werden die Fahrzeiten und damit Geschwindigkeiten auf definierten Teilstücken kontinuierlich ermittelt. Diese Daten werden alle fünf Minuten über die OpenData Plattform der Stadt Bonn unter opendata.bonn.de publiziert

    Darüber hinaus erfolgten auch Verkehrserhebungen an einzelnen Tagen durch Zählungen. Wir haben diese Daten bei der Stadt Bonn angefragt, um eine Aussage treffen zu können wie stark der Verkehr zugenommen hat.

    Bereits nach der Ablastung, der Nordbrücke ließ die Stadt an mehreren Stellen den Verkehr erfassen. Nach Angaben der Verwaltung wurden auf der Sankt-Augustiner-Straße sowie an der Kölnstraße, Römerstraße und Burgstraße im April/Mai Zählungen durchgeführt. Nach der vollständigen Sperrung der Nordbrücke folgten weitere Erhebungen am 30. Juni und 1. Juli 2026.

    Die folgenden durchschnittlichen tägliche Verkehrsmenge (DTV) wurden dabei erhoben:

    Aus Richtung Süden (grob der Ablauf der Kennedybrücke von Bonn nach Beuel)
    wurde nach der Ablastung (und damit vor der Vollsperrung) ein Wert von ca. 10.000 KFZ/24h ermittelt.
    Nach der Vollsperrung ergab sich ein Wert von 16.500 KFZ/24h.
    Dies entspricht einer Steigerung von rund 65%.

    In der Spitzenstunde (nun 13 – 14 Uhr) lag der Durchsatz bei 976 KFZ/h. Dies ist eine Steigerung von rund 20% im Vergleich zu den 811 (15 – 16 Uhr) aus der Zeit vor der Vollsperrung.

    Aus Richtung Nordosten (grob der Zulauf der Kennedybrücke von Beuel nach Bonn)
    wurde nach der Ablastung (und damit vor der Vollsperrung) ein Wert von ca. 11.500 KFZ/24h ermittelt.
    Nach der Sperrung ergab sich erneut ein Wert von ca. 11.500 KFZ/24h.
    Rein aus den Zahlen ergäbe sich so keine Steigerung. Anzumerken ist jedoch, worauf uns die Stadt explizit hinwies, dass die Ganglinien für Juni Richtung Innenstadt untypisch sei. Demnach erscheint die zweite Zählung nicht belastbar. Der Vollständigkeit halber: die Werte der Spitzenstunden lagen im April/Mai bei 877 KFZ/h und nach der Vollsperrung bei 853 KFZ/h.

    Für die Zukunft plant die Stadt an mehreren Standorten Dauerzählstellen einzurichten.

    Vergleicht man die Werte mit denen der Nordbrücke wird der Unterschied der Kapazitäten sehr deutlich. Auf der Nordbrücke waren vor der Sperrung rund 100.000 Fahrzeuge pro Tag unterwegs. Nach der Ablastung waren es auf der Kennedybrücke 21.500 pro Tag. Natürlich ist eine mehrspurige Autobahn nicht mit einer innerörtlichen Brücke zu vergleichen. Selbst wenn der Verkehr Richtung Innenstadt an anderen Tagen deutlich höher sein sollte: selbst 14.000 (21.500 + 65%) zusätzliche KFZ pro Tag über die Kennedybrücke entsprechen rund 14% der 100.000 Fahrzeuge, die früher täglich über die Nordbrücke fuhren.

    Meinung. Die Planung der Einrichtung dauerhafter Zählstellen scheint ein guter Entschluss zu sein. Denn so können die Auswirkungen der verkehrsplanerischen Maßnahmen unmittelbar beobachtet werden. Die Bluetooth-Daten geben zwar Aufschlüsse wo Stau sein könnte, sie sagen jedoch nicht unmittelbar aus, ob die Straße bzw. Brücke optimal ausgelastet ist. Im Lichte der Folgen von Staus auf der Brücke für die gesamte Stadt scheint dies ein relevantes Kriterium zu sein: der Verkehr muss rollen, auch damit Busse eine attraktive Alternative sind. Dass der Verkehr über die Kennedybrücke durchaus mit 976 KFZ/h laufen kann, gibt wenigstens etwas Hoffnung für die nächsten Jahre.

    Entscheidend wird auch sein, dass Zu- und Abläufe zur Brücke eine kontinuierliche Nutzung ermöglichen. Das heißt, dass Kreuzungsbereiche freigehalten werden und möglichst keine Hinternisse entstehen oder auf das Nötigste reduziert werden. Selbst ein liefernder LKW kann dazu führen, dass Busse oder LKW kaum noch vorbei kommen.


    Im Zuge der erheblichen Verkehrsbelastungen wurden einige Webseiten erstellt, die sich mit der Analyse und Empfehlung von Routen beschäftigen.

    Zunächst die offizielle Seite der Stadt Bonn: bonn.de/nordbruecke Dort sind ein Großteil der Maßnahmen zu finden.

    Auf https://www.bonn-überbrückt.de/ werden aktuelle Routenempfehlungen und Zeitprognosen veröffentlicht.

    Die Seite https://bundesstaustadt.de/ aggregiert Daten von OpenData der Stadt Bonn und Google Maps und bietet so eine Übersicht.

    Wir hatten auch ganz zu Anfang eine solche Seite, doch verweisen nun auf die der Stadt wie oben erwähnt.

    Quellen: Presseanfrage an Stadt Bonn und https://www.bonn.de/pressemitteilungen/juni-2026/ob-deus-zur-nordbruecke-eine-schlimme-botschaft-fuer-bonn-und-die-region.php