Kategorie: news

  • Stitze Männ – Ehrung und Enthüllung der Tafel

    Stitze Männ – Ehrung und Enthüllung der Tafel

    Der Einladung zur feierlichen Enthüllung der Gedenktafel an „Stitze Männ“ waren zahlreiche Gäste aus der Beueler Gemeinschaft gefolgt. Im Rahmen der FrauenOrte NRW wurde die Geschichte um Stitze Männ aufgenommen.

    Die Obermöhn Patty Burgunder führte die Gäste im Innenhof des Heimatmuseums durch ein abwechslungsreiches Programm mit vielen Details zur Geschichte und musikalischer Gestaltung. Nach Grußworten von Anka Zink, der Oberbürgermeisterin Katja Dörner, des Hausherren des Heimatmuseums Willi Baukhage und Vorstand des FrauenRat NRW e.V. Sarah Gonschorek erfolgte die Enthüllung der Plakette. Diese wird ihren Platz gut sichtbar für die Öffentlichkeit an der Fassade des Gebäudes erhalten.

    Unter den Gästen waren auch drei „Double“ des Sitze Männ in zeitgemäßer Kleidung erschienen. Bei Musik von Oliver Bollmann am Piano sowie Hermann Herrgarten an der Drehorgel hatten die Gäste anschließend Zeit die Plakette zu betrachten und sich eingehend über Stitze Männ auszutauschen.

    Einmal mehr wurde der starke Zusammenhalt zwischen den Vereinen und Aktiven auf der Schälsick deutlich, die auf dieses Ereignis gemeinsam hingearbeitet haben.

    Vorschau: Die WDR Lokalzeit hat die Veranstaltung begleitet und bereits im Vorfeld Aufnahmen und Interviews geführt. Die Sendung ist für den kommenden Montag 8. September 2025 geplant.

  • Parkraumkonzept Beuel – Thesen

    Parkraumkonzept Beuel – Thesen

    (u) In Beuel rumort es weiterhin wegen der Einführung des neuen Parkraumkonzepts. Während die Ausschreibung für die Aufstellung der Schilder bereits gelaufen ist, entstehen immer wieder neue Theorien; Gerüchte und Vermutungen machen die Runde. Wir versuchen eine kleine Übersicht zu geben und zur Klärung beizutragen.

    Grundsätzlich ist es immer das Beste sich über die Primärquellen zu informieren. Der Beschluss in der Bezirksvertretung und das Konzept ist hier nachzulesen:

    Darauf basierend erfolgte weitere Berichterstattung

    Thesen und Gerüchte

    Behauptung: „Bewirtschaftung 8-20h, jeden Tag“
    > die Zeiten sind noch nicht beschlossen, aktuelle Tendenz 8-20h, Mo-Sa, soweit es uns bekannt ist (Stand 23.8.25) In der Nordstadt sind laut bonn.de abhängig vom Gebiet 8-20h und 8-22h bewirtschaftet.

    Behauptung: „Angestellte vom Krankenhaus, Praxen, Kita, Geschäften dürfen in Beuel nicht mehr parken“
    > Da nur Bewohner die Bewohnerausweise erhalten gilt: Angestellte dürfen weiterhin parken, müssen aber 12€ am Tag zahlen, wenn sie im bewirtschafteten Gebiet auf der Straße parken. Siehe bonn.de.

    Behauptung: „Die Messdaten sind nicht repräsentativ.“
    > Laut Konzept PDF aus dem Beschluss wurden die Kennzeichen der Fahrzeuge pro Straßenabschnitt an einem einzelnen Wochentag im April in einem Zeitfenster von 17 Stunden, mit insgesamt 8 Messungen erfasst. Je nach dem wie lange ein Fahrzeug auf dem selben Parkplatz stand wurde es unterschiedlichen Nutzergruppen zugeordnet.
    > Die Messung fand einem „Normalwerktag“ statt. Der Messtag wurde verschoben, um Verzerrungen durch die Einflüsse eines Warnstreiks im ÖPNV zu vermeiden. Kernfrage wird wohl bleiben was mit „repräsentativ“ gemeint ist: jeder Tag des Jahres und damit die Grundgesamtheit oder andere Normalwerktage eines Jahres.

    Behauptung: „Betriebe im Gebiet dürfen ihre Dienstfahrzeuge nicht mehr auf der Straße parken, wenn sie keinen eigenen Parkplatz haben“
    > Wäre nach dem Konzept genau so gekommen. Hier gab es jedoch einen interfraktionellen Antrag von Lara Mohn zur Schaffung einer Härtefallregelung für Dienstwagen der Betriebe, die keinen eigenen Betriebshof haben, der einstimmig beschlossen wurde [ga.de][eigene Verfolgung der Sitzung]. Die Ausgestaltung steht noch aus.

    Behauptung: „Das Parken auf der Straße wird für Anwohner 1800 € in der nächsten Legislaturperiode kosten“
    > Ein Bewohnerparkausweis kostet aktuell 360 € pro Jahr in Bonn. Siehe bonn.de
    > die Legislaturperiode dauert 5 Jahre
    > 5 x 360 € = 1800 €, mathematisch richtig, 360 € pro Jahr ist der aktuelle Satz

    Behauptung: „Besucher dürfen nachts nicht parken“
    > Außerhalb der Bewirtschaftungszeit ist das Parken für alle kostenfrei, auch für Besucher (!) Da die Zeiten noch nicht beschlossen sind, besteht hier eine gewisse Unsicherheit. Es ist jedoch aktuell zu erwarten, dass keine 24/7 Bewirtschaftung erfolgen wird. (Siehe oben)

    Behauptung: „Es werden über 600 neue Schilder in Beuel aufgestellt.“
    > genau genommen sind es laut Ausschreibung 684 Schilder. Jedoch: nicht jedes Schild bekommt einen eigenen Pfosten [Ausschreibung] Ein Schild mit Bewohnerparken + „Hinweis auf Parkschein“ + „für Bewohner frei“ sind bereits drei Schilder an einem Pfosten. Insgesamt sind rund 2900 Parkplätze zu beschildern.

    Behauptung: „Die Parkhäuser wurden nicht berücksichtigt“
    > das Parkhaus unter dem Rathaus und unter dem Brückenforum wurden berücksichtigt. Das Parkhaus unter dem REWE mit rund 55 Stellplätzen, und das Parkhaus an der Volksbank / Aldi mit rund 130 Stellplätzen jedoch nicht. Also ist die Behauptung anscheinend teilweise falsch und teilweise richtig. Quelle: Parkraumkonzept PDF (siehe oben).

    Behauptung: „Parkautomaten werden auch im Hochwassergebiet aufgestellt“
    > korrekt, bei Pegeln über 950 cm wird das Gebiet zwischen Rheinaustraße und Hermannstraße überflutet. (siehe bonn.de) Dort werden auch Automaten stehen. Der höchste Pegel in jüngerer Vergangenheit waren 827 cm im Jahr 2021. Bei den Jahrhunderthochwassern von 1993 und 1995 lag er bei bei über 1000 cm. Auf Nachfrage bei den örtlichen Katastrophenschützern ist zu erwarten, dass die Automaten wie die Straßenlaternen auch „abgeklemmt“ werde bevor das Wasser kommt.


    Update am 9. September 2025 war das Parkraumkonzept auch Teil des Dialogs mit den Bürgermeisterkandidaten.

    Update am 14. September 2025: Auch gab es ein Informationsbrief, der einzelnen Anwohner bereits zugestellt wurde. Interessant ist, dass die Inhalte sich in diesem von den Inhalten auf bonn.de/parken-beuel unterscheiden. Hier die Analyse dazu.

    Kurznotiz 14. September 2025: Teile des Parkhauses unter dem Rathaus wurden durch eine Schranke für die Öffentlichkeit gesperrt. Hier dürfen nur noch Dauerparker die Stellplätze nutzen. Dies betrifft augenscheinlich 33 Parkplätze. Laut Parkraumkonzept gibt es insgesamt 125 Plätze. Somit reduziert sich die Zahl der öffentlich kurzfristig verfügbaren Plätze auf 92. Wer die Nutzer der Parkplätze sind ist nicht bekannt. Mutmaßung: es sind Dauerparker. Somit kann bereits damit wie gewünscht eine teilweise Verlagerung aus dem öffentlichen Raum stattgefunden haben.

  • Stegebau bei Hochwasser ist Vergangenheit

    Stegebau bei Hochwasser ist Vergangenheit

    Bei Hochwasser wurde von der Stadt Bonn respektive dem THW bei anstehenden Überflutungen Stege auf den Bürgersteigen in rheinnahen Bereichen des Beueler Stadtbezirks errichtet. Diese bestanden im Wesentlichen aus Gerüsten, wie sie auch von Baustellen an Hausfassaden bekannt sind.

    Ziel war es damit Anwohnern und Rettungskräften einen Zugang zu Ihren Häusern auch bei Hochwasser zu ermöglichen. Um die Straßen für Boote freizuhalten wurden keine Brücken zu den gegenüberliegenden Straßenseiten errichtet. Das Übersetzen erfolgte dann durch Pendelverkehr von Booten der Hilfsorganisationen. Den letzten Meter bis zur Haustür mussten die Eigentümer selbst bereitstellen. Bis heute haben die Häuser häufig in der ersten Etage eine weitere Eingangstür, die genutzt wurde wenn das Erdgeschoss bereits unter Wasser stand. Touristen sind immer wieder erstaunt wenn sie beispielsweise durch die Rheinaustraße gehen ob dieser baulichen Besonderheit.

    Bis vor einigen Jahren fanden sich dazu zahlreiche Informationen im Web-Angebot der Stadt Bonn, mit detaillierten Karten über die Verläufe der Stege.

    Wie wir feststellten waren diese nach der Aktualisierung der Webseite, spätestens jedoch im Jahr 2021 nicht mehr auffindbar. In einer Pressemitteilung wurde dann im Oktober 2023 die Bevölkerung darüber informiert [GA], dass der Stegebau nicht mehr erfolgen wird. Stattdessen soll es Evakuierungen der betroffenen Gebiete geben.

  • Notiz: Mediales Interesse an „Stitze Männ“

    Notiz: Mediales Interesse an „Stitze Männ“

    Am kommenden Freitag, dem 05.09.2025, wird um 16:00 mit einem Festakt die Gedenktafel an „Stitze Männ“ im Rahmen der FrauenOrte NRW im Heimatmuseum Beuel nebst einer Sonderausstellung feierlich eröffnet. Heute war bereits der WDR mit der Lokalzeit vor Ort, um mehr über die Geschichte dieser besonderen Frau zu erfahren, unter anderem vom Käpt’n des Schiffer-Vereins Reiner Burgunder. Wir bleiben am Ball =) Ein Porträt zu ihr findet ihr auch beim GA

    Den Artikel zur Enthüllung der Gedenktafel findet ihr hier.

  • Karnevalstermine und Länge der Session bis 2040

    zuletzt bearbeitet in einer schlaflosen Nacht beuel.net

    Weiberfastnacht richtet sich nach dem Datum des Ostersonntags. Dieser ist der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling (nach dem 21. März).

    Daraus folgt eine gewisse Varianz, wann Weiberfastnacht stattfinden kann:
    Frühestens: 29. Januar (zuletzt 1818, nächstes Mal 2285)
    Spätestens: 4. März (zuletzt 1943, nächstes Mal 2038)

    Die Dauer einer Session — sie beginnt immer am 11.11. und endet Aschermittwoch — kann somit variieren zwischen 85 und 119 Tagen. Ganz genau genommen könnten es auch 120 Tage sein, wenn Weiberfastnacht auf den 4. März fällt und gleichzeitig ein Schaltjahr ist. Das passiert jedoch erst im Jahre 3784 =).

    JahrWeiberfastnachtAschermittwochLänge der Session (Tage)
    182426.02.182403.03.1824113
    202020.02.202026.02.2020107
    202111.02.202117.02.202198
    202224.02.202202.03.2022111
    202316.02.202322.02.2023103
    202408.02.202414.02.202495
    202527.02.202505.03.2025114
    202612.02.202618.02.202699
    202704.02.202710.02.202791
    202824.02.202801.03.2028111
    202908.02.202914.02.202995
    203028.02.203006.03.2030115
    203120.02.203126.02.2031107
    203205.02.203211.02.203292
    203324.02.203302.03.2033111
    203416.02.203422.02.2034103
    203501.02.203507.02.203588
    203621.02.203627.02.2036108
    203712.02.203718.02.203799
    203804.03.203810.03.2038119
    203917.02.203923.02.2039104
    204009.02.204015.02.204096

    Alle Angaben ohne Gewähr. Informationsstand Juli 2025. Einen Fehler gefunden? Her damit! Bitte direkt eine Mail senden an karneval (at) beuel.net. Danke =)

  • Promenadenfest 2025 – ein voller Erfolg

    Promenadenfest 2025 – ein voller Erfolg

    (c) Was für ein fulminantes Promenadenfest hat die IG Beueler Verein da am 30. August auf die Beine gestellt! Das vielfältige Programm auf der Bühne und die zahlreichen Stände der Vereine zogen zahlreiche Gäste an das Beueler Rheinufer.

    Selbst der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen Hendrik Wüst ließ es sich nehmen das Fest zu besuchen und unter anderem den Schiffer-Verein tatkräftig bei der Zubereitung seiner berühmten Reibekuchen zu unterstützen.

    Kurzzeitig aufziehenden Nieselregen wussten die designierte Wäscherprinzessin Judith I. und LiKüRa-Prinzessin Karoline I. mit einem Ausblick auf die kommende Session zum Weiterziehen zu überzeugen.

    Als Überraschungs-Act konnte Moderator Ralf Birkner „Cologne Unplugged“ ankündigen, die perfekt auf diese Veranstaltung passten und das Publikum zu begeistern wussten.

    Den Abschluss des Abends bildeten „Los Manolos“. Mit ihren spanischen Klängen gelang es ihnen bei spätsommerlichen Temperaturen einmal mehr die Sonnenseite Bonns mit Urlaubsstimmung zu verzaubern.

    Wer das Fest verpasst hat oder Interesse an einer Fortsetzung hat muss nicht lange warten. Die nächsten öffentlichen Termine mit ähnlichen Beteiligten sind
    > Pützchens Markt vom 12.09.2025 – 16.09.2025 und der
    > Nikolausmarkt vom 28.11.2025 – 30.11.2025.

    Weitere Termine findet ihr auch auf unserer Unterseite > Events.

  • Einbrüche in Beuel – Zwischenbilanz für 2025

    Einbrüche in Beuel – Zwischenbilanz für 2025

    Wusstet ihr, dass die Polizei in Bonn wöchentlich auflistet wie viele Einbrüche im Stadtgebiet verübt werden? Dort werden aus Datenschutzgründen nicht direkt die Orte sondern gruppiert in Blöcken die Einbrüche gelistet.

    Schaut euch mal die Karte hier an (externer Link).

    Auch findet ihr dort zahlreiche hilfreiche Tipps, um eure Wohnung oder Haus besser zu schützen. Essenziell ist auch eine funktionierende und gut vernetzte Nachbarschaft. Wer sich gegenseitig kennt, kann eher einschätzen wann Unbefugte Personen sich an fremdem Eigentum zu schaffen machen.

    Wir haben diese Daten kontinuierlich abgerufen und extrahieren manuell aus den Karten die Zahlen für das rechtsrheinische Stadtgebiet von Bonn, damit man eine Übersicht über den Verlauf im Jahr bekommt.

    Aktueller Stand: im rechtsrheinischen Bonner Stadtgebiet (also alle alten Beueler Stadtteile) wurden bis jetzt im Jahr 2025 insgesamt 60 Einbrüche begangen. (Stand 29.8.2025)

    WocheAnzahlJahressumme
    KW 133
    KW 236
    KW 317
    KW 4411
    KW 5213
    KW 6417
    KW 7623
    KW 8225
    KW 9025
    KW 10227
    KW 11532
    KW 12436
    KW 13137
    KW 14138
    KW 15240
    KW 16141
    KW 17041
    KW 18142
    KW 19042
    KW 20446
    KW 21147
    KW 22249
    KW 23049
    KW 24150
    KW 25050
    KW 26151
    KW 27051
    KW 28253
    KW 29255
    KW 30358
    KW 31159
    KW 32160
    KW 33060

    Alle Angaben ohne Gewähr. Manuell extrahiert aus den PDFs der Polizeidirektion Bonn, sofern sie öffentlich verfügbar sind.

  • Aktuelle Baumfällungen – 407 Baumjahre weniger in Beuel

    Aktuelle Baumfällungen – 407 Baumjahre weniger in Beuel

    Aktuell gab es leider einige Baumfällungen im Stadtgebiet. Auf Rückfrage bei den Arbeitern wiesen sie als Ursache mangelnde Standsicherheit auf. Wir listen uns bekannte Stellen und fragen nach wie das weitere Vorgehen ist, bzw. wann neue Bäume gepflanzt werden und wie weitere Fällungen vermieden werden können.

    Hermannstraße:
    – Rotblühende Kastanie, 42 Jahre alt, baum_id 279
    – Rotblühende Kastanie, 42 Jahre alt, baum_id 281
    – Rotblühende Kastanie, 52 Jahre alt, baum_id 283
    – Rotblühende Kastanie, 42 Jahre alt, baum_id 289
    – Rotblühende Kastanie, 42 Jahre alt, baum_id 271
    – Rotblühende Kastanie, 22 Jahre alt, baum_id 1941
    – Rotblühende Kastanie, 52 Jahre alt, baum_id 2290
    (- Rotblühende Kastanie, 42 Jahre alt, ID312, Meldung noch nicht verifiziert)

    Johannesstraße:
    – Weißbirke, 52 Jahre alt, ID236

    Limpericher Straße:
    – Rotblühende Kastanie, 61 Jahre alt, ID60216 (Ecke Johann-Link-Straße)

    In Summe sind das also 407 Baumjahre (!)

    Wusstet ihr, dass ihr auf https://hub.arcgis.com/datasets/esri-de-content::baumkataster-bonn/ eine Karte abrufen könnt, in der die Stadt Bonn alle Bäume eingetragen hat, sofern sie in ihre Zuständigkeit fallen? Dort findet ihr neben einer genauen Information zur Gattung auch das Alter der Bäume. Für die Listung referenzieren wird die Identifikationsnummern von dort.

    Update 30.08.2025: Nach unseren eigenen Recherchen durch Nachfrage bei der Stadt und in der Politik erfolgt die Besichtigung der Standorte turnusmäßig durch die Stadt. Anschließend wird die Neupflanzung von mehreren Bäumen als Paket ausgeschrieben und beauftragt. Eine aktuelle Planung für Beuel liegt noch nicht vor.

    Weitere News findet ihr hier.

  • Bonner Pegel und seine Messung

    Bonner Pegel und seine Messung

    Der Bonner Pegel wird im Pegelhaus am Brassertufer (map) im Rahmen der Zuständigkeit der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) durch das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein (WSA Rhein) kontinuierlich automatisiert gemessen. Die Daten dieser Messung stellt die WSV auf ihrer Webseite direkt zur Verfügung über die Portale:

    • Elektronischer Wasserstraßen-Informationsservice (ELWIS)
    • Pegelonline (tagesaktuelle Rohwerte unterschiedlicher gewässerkundlicher Parameter)

    Interessant zu wissen: die anderen Portale wie etwa pegel.bonn.de oder die Hochwasservorhersagezentrale Rheinland-Pfalz (hochwasser.rlp.de) beziehen ihre Daten für Bonn alle von der WSV und damit von derselben Pegelmesseinrichtung im Pegelhaus Bonn. Das wird insbesondere dann deutlich wenn Messfehler auftreten. Dann kann man beobachten wie diese in die nachfolgenden Systeme propagiert werden.

    Neben der komfortablen digitalen Messung finden sich im Stadtgebiet auch „klassische“ Pegellatten mit aufgedruckten Markierungen der Höhe. So zum Beispiel:

    • am Brassertufer direkt am Pegelhaus, GPS: 50.73629, 7.10795 (map)
    • in der Verlängerung der Josefstraße im Bereich des Anlegers der Feuerwehr unterhalb des Dorint Hotels, GPS: 50.73869, 7.10727 (map)
    • in Beuel an der Südseite der Schutzwand an der Rheinlust, GPS: 50.73800, 7.11371 (erst ab höheren Pegeln) (map)
    • in Beuel der oben beschriebene Beueler Bürgerpegel am Nepomuk-Platz, GPS: 50.73327, 7.11520 (erst ab 730 cm) (map)

    Zeitweise wurde von der Uni-Bonn im Rahmen eines Projektes der Pegel mit einem Satelliten gestützten Verfahren für Bonn gemessen [UB1]. Diese Messeinrichtung ist derzeit jedoch leider nicht mehr in Betrieb, was auf den Neubau der Anlegeranlage zurückzuführen ist.

    Im Rahmen des Hochwassers am 05.01.2024 wurde eine stichprobenartige Vergleichsmessung durchgeführt. Dazu wurden alle drei zu diesem Zeitpunkt aktiven Pegellatten innerhalb von 10 Minuten abgelesen. Dies sind die Ergebnisse dieser Stichprobe:

    Abbildung der drei Pegellatten, Beueler Bürgerpegel, Feuerwehr Bonn, Pegelhaus Bonn, vom 05.01.2024 zwischen 10:19 und 10:29.

    PegellatteUhrzeitWert [cm]
    Beueler Bürgerpegel10:19750
    Feuerwehr Bonn10:27766
    Pegelhaus Brassertufer10:29763
    pegelonline / WSV10:15761
    pegelonline / WSV10:30762

    Die Stichprobe wirft Fragen auf, die es in Zukunft zu klären gilt. Nach unserem Verständnis sollten alle Pegelwerte im Rahmen der Messungenauigkeit gleich sein.

    Wie ist der Bonner Pegel definiert?

    Sammeln wir zunächst weitere grundlegende Informationen zum Pegel und der Bedeutung. Auf dem Portal der Stadt Bonn: pegel.bonn.de kann der aktuelle Pegel abgerufen werden. Diesen bezieht die Stadt (Stand 2023) auch vom WSV, betreibt also keinen eigenen Pegel. Darüber hinaus wird auch eine Höhenangabe geliefert (siehe Abbildung), mit der der aktuelle Pegel auf eine Höhe übertragen wird. Beispielsweise: „05.01.2024 14:00 Uhr 766 cm entspricht 50.32 m über NN“. Daraus lässt sich der Pegelnullpunkt gemäß Stadt Bonn ableiten:

    50,32 - 7,66 m = 42,66 m über NN (DHHN12)

    Heute üblich ist das DHHN2016 System, das die Zwischenlösung des DHHN92 abgelöst hat. Wir können mit den Hoetra Tools für die Referenzkoordinate des Pegelhauses entsprechend umrechnen:

    42,66 m + 0,035 m + 0,023 m = 42,718 m (DHHN2016)

    Dies deckt sich mit der vom WSV angegebenen DHHN2016 Höhe von 42,713 m, die seit dem 1. November 2019 gilt. In den folgenden Betrachtungen gilt es das Bezugssystem der Werte korrekt zu berücksichtigen.

    Rheingefälle – wie hoch liegt mein Nullpunkt?

    Möchte man die Höhe des Wasserstandes bezogen auf Bonner Landflächen berechnen gilt es einen der oben genannten Pegelnullpunkte zu wählen. Jedoch muss mit zunehmendem Abstand zum Pegelhaus auch die Höhendifferenz des Fließgewässers beachtet werden. Von Konstanz/Bodensee bis in die Nordsee überwindet der Rhein einen Höhenunterschied von rund 405 m. Anhaltswerte für das Gefälle im Bereich Bonn bietet stadtplan.bonn.de, speziell die Hintergrundkarte „Hochwasser Rhein 10m“. Diese gibt Höhenwerte für den Rhein bei einem 10,00 m Hochwasser (Bonner Pegel) entlang des Rheinufers an. Das Pegelhaus liegt auf der Trennlinie zwischen 52,64 m und 52,75 m über NHN, per Definition ist es bei 52,713 m über NHN zu finden, was schlüssig erscheint.

    Anmerkung: Bedauerlicherweise wurde die Karte Mitte Juli 2025 aus dem Web-Angebot der Stadt Bonn entfernt. Ob und wann sie wieder online geht bleibt abzuwarten. Glücklicherweise haben wir noch einen Screenshot von 2024 in unserer Sammlung, um die Herleitung der Information zu veranschaulichen:

    Hochwasser Rhein 10m (Bonner Pegel): Hochwasserkarte bei einem Rheinpegel von 10m mit Visualisierung der Hochwassersektorenlinien und den jeweiligen Höhen. Abgerufen von stadtplan.bonn.de im Januar 2024.

    Gerinnehydraulik des Rheins

    Neben dem Gefälle also der Neigung ist gemäß Gerinnehydraulik das Verhalten des Wasserspiegels im Bereich von Krümmungen zu berücksichtigen. Grundsätzlich erfährt ein Gerinne vor einer Krümmung oder Kurve eine gewisse Stauung. In der Krümmung selbst ist der Wasserspiegel an der bogeninneren Seite niedriger als an der bogenäußeren Seite. Auf das Verhalten von Primär- und Sekundärströmungen gehen wir nicht im Detail ein, sondern betrachten nur die daraus resultierenden Effekte.

    Für den Vergleich zwischen Bonner Pegel und Beueler Bürgerpegel ist festzustellen, dass sich der Bonner Pegel genau am Ende der Außenseite einer Krümmung befindet, während der Beueler Bürgerpegel im letzten Siebtel derselben Krümmung innenseitig liegt.

    Näherungsweise kann die Krümmung mit einem Bogenradius von 1100m innen, und 1274m außen beschrieben werden. Die Krümmung beginnt auf Höhe des Beueler Rheinauen Freizeitparks nördlich der Konrad-Adenauer-Brücke (Südbrücke) und endet auf Höhe des Alten Zolls. Insgesamt ist die Berechnung von Pegelständen in Flussgewässern hochkomplex, da viele Faktoren Einfluss darauf nehmen.

    Kurvenradien des Rheins im Bereich vor dem Bonner Pegel näherungsweise bestimmt. Grafik von Beuel.net, Kartenhintergrund: OpenStreetMap.org

    Pegel Oberwinter, Bonn, Beuel, Köln – kann man die vergleichen?

    Grundsätzlich sind Pegel an verschiedenen Punkten in einem Gewässer nicht ohne Weiteres vergleichbar. Dies ergibt sich neben der beschriebenen Gerinnehydraulik auch aus dem reinen Querprofil des Flussbettes, das ortsabhängig individuell ist. Leicht nachvollziehbar steigt der Pegel beispielsweise schneller an, wenn die gleiche Wassermenge auf eine steile Uferbefestigung trifft. So sind auch die Pegelstände zwischen Städten nicht unmittelbar zu übertragen. Hier spielt auch die zeitliche Verzögerung durch die Distanz sowie Zu- oder Abflüsse von weiteren Gerinnen eine erhebliche Rolle. Ein Interessanter Fall besteht für die Pegel Oberwinter und Bonn. Auf dem rund 16 km Rheinabschnitt von Oberwinter bis Bonn besteht kein kontinuierlicher Zufluss durch einen signifikant großen anderen Fluss. Somit kann die Hypothese aufgestellt werden, dass die Korrelation zwischen den beiden Pegeln näherungsweise bestimmbar ist.

    Von der WSV konnten wir dankenswerterweise Datensätze aus dem Zeitraum 1990-2023 erhalten. X-Y-Abgebildet ergibt die Tagesmittelwerte der beiden Pegel die in der folgenden Grafik gezeigte Korrelation.


    Bis auf wenige Ausreißer, erscheint die Korrelation konstant und wie zu erwarten nicht linear. Mit der Grafik lassen sich näherungsweise Pegel von Oberwinter nach Bonn und umgekehrt „übersetzen“. Beispiel: 600cm Oberwinter entsprechen demnach etwa 700cm Bonn. Dies kann zukünftig für eine Plausibilitätsüberprüfung verwendet werden, um mögliche Messabweichungen markieren zu können.

    Modell B1

    Anlässlich des Messwerteausfalls vom 18.11.2024 14:00 bis 19.11.2024 07:00 als nur noch Null bzw. negative Werte vom WSV gemeldet wurden, haben wir unser Modell B1 zur Berechnung (Version 1) nun aktiviert. Dieses liefert in einem Beta-Test fortan neben der Bonner Pegel Messung seitens des WSVs auch unseren genäherten Wert.

    Modell B2.1 – im Beta Test

    Im Dezember 2024 erhielten wir dankenswerterweise eine große Menge Pegeldaten vom Zeitraum ab 1990 von der WSV. Diese rund 2,35 Millionen Einzelwerte sind in eine Verbesserung des Modells eingeflossen. Mit dem Modell B2.1 setzen wir den Beta-Test nun fort. In medias res – unsere live Berechnung:

    Für den aktuellen Bonner Pegel haben wir einen Wert von 586 cm berechnet (zum Vergleich, die WSV meldet derzeit 586 cm für Bonn).

    Hochwasserschutzmauer 2006

    Die Errichtung der Hochwasserschutzmauer im Bereich vom Restaurant „Canal Grande“ bis Kennedybrücke und in der Verlängerung bis nördlich des Bahnhöfchens hat zu einer erheblichen Entspannung der Situation in Beuel Mitte beigetragen.

    Schaut man in die historischen Daten so stellt man schnell fest, dass Pegel über 800 cm keine Seltenheit waren. Die Schutzmauer ist für Pegel bis 950 cm ausgelegt. Bei genauer Betrachtung der Zeit nach 2006 erblickt man eine Auffälligkeit: bis heute (Mai 2023) gab es glücklicherweise kein Hochwasser mehr, das die Mauer auf Herz und Nieren geprüft oder sogar übertroffen hat.

    Der höchste Pegel seit Fertigstellung war am 7. Februar 2021 mit 827 cm zu verzeichnen. Das THW hatte bereits die Dammtore eingesetzt und geschlossen. Diese hielten ausnahmslos dicht.

    In Gesprächen mit der Nachbarschaft wurde jedoch etwas deutlich: keiner konnte aus Erfahrung sagen was zwischen 827 cm und 950 cm genau passieren wird, insbesondere in Bezug auf die Folgen des erhöhten Grundwasserspiegels und mit welcher Verzögerung er steigt.

    Vor 2006 hatte das ungebremste Oberflächenwasser die Bedeutung des Grundwasserspiegels in den Hintergrund gerückt, da die Überflutungen immanent waren. Nicht wenige Häuser, beispielsweise auf der Rheinaustraße, haben Grundplatten, die unterhalb der 827 cm Pegel liegen. Dass der Rhein auch Auswirkungen auf die Gebiete hinter der Schutzmauer hat ohne, dass er sie dazu überspülen muss, steht außer Frage. Das haben vereinzelte vollgelaufene Gartenflächen 2021, und die weiterhin volllaufenden alten unter Straßenniveau befindlichen Keller bereits bewiesen.

    In dieser Grafik haben wir die Pegelwerte von 1990 bis 2023 pro Monat mit dem jeweiligen Maximum aufgetragen. Ab 2006 ist auch die Hochwasserschutzmauer in rot eingetragen, mit ihrem Orientierungswert von 950 cm.

    In Zukunft wird man bei Pegeln über 827 cm also darauf weiter ein Auge werfen müssen und wie gehabt stündlich in den Keller steigen, um zu sehen welche Auswirkungen es gibt.

    Wie schnell kann der Rhein steigen?

    Eine Frage, die die Maßgaben des vorausschauenden Handelns massiv beeinflusst ist die Frage, wie schnell der Rhein steigen kann. So manches mal ging man am Rhein spazieren und war überrascht ob der Höhe des Pegels im Vergleich zum Vortag. Für diese Betrachtung nutzen wir die Pegeldaten der WSV von 1990 bis 2024 und betrachten die Veränderungen des Bonner Pegels innerhalb von 24h, also eines Tages.

    Größter Pegelsprung innerhalb eines Tages: +313 cm !

    Dort findet sich ein klarer Spitzenreiter: am 23. Januar 1995 befand sich um Mitternacht der Pegel wie in den Tagen zuvor auch in einem Bereich von unter 400 cm, also im gewöhnlichen Bereich ohne Überflutungen. Beginnend in der Nacht stieg er dann rapide an und sprang von 383 cm auf 696 cm. Das entspricht einer Steigerung um 313 cm innerhalb von 24 Stunden. Im Schnitt bedeutet das eine Steigrate von rund 13 cm pro Stunde.

    Die folgende Grafik veranschaulicht dies mit 7 Tagen Vor- und Nachlauf:

    In den Folgetagen pendelte der Pegel kurz im Bereich knapp unter 800 cm. Schlussendlich stieg er jedoch weiter und es folgte das Jahrhunderthochwasser von 1995 mit einem Höchststand von 1006 cm .

    Festzuhalten ist, dass die Dynamik des Rheinpegels nicht zu unterschätzen ist. Im Zweifel kann sehr schnelles Handeln erforderlich sein.

    Fortsetzung folgt …

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